Das Mädchen, das den Mond trank

Autorin: Kelly Barnhill

Es lebt eine böse Hexe im Wald, die uns jedes Jahr eines unserer jüngsten Kinder wegnimmt, sagen sie. Doch so ganz böse ist sie nun auch nicht. Es wird jedes Jahr ein Baby im Wald ausgesetzt und Xan, die böse Hexe, rettet das Kind. Eines Tages lässt sie unbeabsichtigt ein Baby Mondlicht trinken. Das Mädchen ist nun voller Magie, und so nimmt Xan sie bei sich auf. Doch schon bald muss sich das Mädchen, das den Mond trank, entscheiden, ob sie den Leuten hilft, die sie ausgesetzt haben oder sie ihrem Schicksal überlässt.

Meine Meinung
Ein einziges Wort beschreibt diese Geschichte: Märchenhaft! Mehr Worte braucht es gar nicht, um dieses Buch zu beschreiben.
Der Schreibstil ist einfach phänomenal. Als Leser wird man ab und zu angesprochen, und das macht das Buch zu einem Erlebnis. Es ist, als ob man mitten im Geschehen ist. Die Autorin beschreibt sehr viel, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Allgemein lässt sich das Buch super schnell und flüssig lesen.

Es gibt sehr viele Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind. Zum einen gibt es die böse Hexe Xan, die doch nicht so böse ist, wie alle glauben. Dann gibt es noch den kleinen Drachen Fyrian, der der verspielteste Drache auf Erden ist. Und das Sumpfmonster ist ein begnadeter Poet und ist älter als die Welt selbst. Außerdem spielt ein kleines Mädchen eine sehr große Rolle. Luna ist das Mädchen, das den Mond trank, auch wenn es nicht absichtlich war. Sie ist ein Energiebündel. Luna will lernen und erleben. Sie hat der Geschichte Farbe verpasst. Luna ist total niedlich und ein sehr aufgewecktes Mädchen. Man schließt sie sofort ins Herz.

Die Geschichte fängt sehr spannend an. Man wird in eine völlig neue Welt hineingeschmissen. Ich war am Anfang leicht überfordert, aber das legt sich sehr schnell. Man möchte unbedingt wissen, was aus Luna wird. Man verfolgt, wie sie zu einem 11-jährigen Mädchen aufwächst, völlig unwissend, dass Magie in ihr steckt. Ich habe mich in meine Kindheit hineinversetzt gefühlt, denn genau solche Geschichten habe ich geliebt.
Ich finde nur, dass es sich in der Mitte ein wenig lang gezogen hat, aber vielleicht liegt das einfach daran, dass es sehr viele Charaktere gibt, die eine wichtige Rolle spielen. Jeder Protagonist hat eine Vorgeschichte, die ihn als Charakter ausmacht.
Das Ende hingegen ging runter wie Öl. Es ist unheimlich spannend und bittersüß.

Fazit
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal wieder eine Art Märchen lesen möchte. Wer Märchen liebt und gelesen hat, wird sich hier pudelwohl fühlen. Ich würde das Buch ab einem Lesealter von 12 Jahren empfehlen, da es wirklich wortgewandt ist.


Erschienen bei Sauerländer

Deine Meinung zu diesem Buch?
Autorin / Autor: kerime - Stand: 6. April 2018