Ich komm dich holen, Schwester

Autorin: Kelly Anne Blount
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Jessika Komina, Sandra Knuffinke

Auf das Buch war ich sehr gespannt, da ich den Klappentext sehr spannend fand und auch eine kurze Leseprobe mich neugierig machte.

Was eigentlich ein romantischer Abend werden sollte, entwickelt sich zum Albtraum für Abriana Vega, denn sie erwacht gefesselt und verletzt im Kofferraum ihrer Internetbekanntschaft Easton Pierce. Weder weiß sie, wo er sie hinbringt noch was er mit ihr vorhat. Doch schnell wird Abriana klar, dass hinter der ganzen Sache noch mehr stecken muss als eine einfache Entführung...

Zunächst beginnt die Geschichte sehr spannend und ich war sofort in der Geschichte gefangen. Leider ließ diese Spannung dann aber schnell nach, denn nach etwa 6 Kapiteln wechselt sich Abrianas Sicht mit der Perspektive des Täters ab. So weiß man schon immer vorher genau, was der Täter jetzt vorhat. Die Idee an sich ist nicht uninteressant, denn so ist es mal ein etwas "anderer" Thriller, jedoch wird durch die abwechselnden Perspektiven von Opfer und Täter auch klar, wie "dumm" sich die Polizei verhält. Ein verdächtiger Zettel wird ohne Kontrolle - trotz merwürdigen Verhaltens des Besitzers - einfach wieder zurückgegeben und polizeiliche Ermittlungen werden ausgeplaudert und eine Putzfrau wird ohne weiteres in das Zimmer eines Kidnappers hereingelassen...

Von der Grundidee nicht schlecht, jedoch mit einigen Logikfehlern und leider auch sehr vorhersehbar. Die Handlung war zwar nicht langweilig, jedoch wusste man immer schon vorher was als nächstes passiert.

Leider verrät der Titel des Buches auch schon viel zu viel. Sehr schade, denn er hätte besser gewählt werden können. Der englische Originaltitel lautet übrigens bloß "Captured".

Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd und flüssig, sodass man die knapp 200 Seiten schnell durchlesen kann.

Die Charaktere waren eine interessante Mischung, die der Geschichte noch einen gewissen "Pepp" verliehen haben, jedoch blieben noch einige Motive der Personen unklar.

Das Ende ließ bei mir dann leider auch noch einige Fragen zurück, denn dafür dass fast die komplette Geschichte vorhersehrbar war, wurde am Ende nicht mal aufgelöst, wer gestorben ist...


Fazit: Ein etwas anderer Thriller bei dem man die Handlung nicht nur aus der Sicht des Opfers, sondern auch aus der des Täters erleben darf. Leider wurde die Geschichte dadurch auch oft sehr vorhersehbar. Die Grundidee jedoch ist interessant, weshalb es von mir 3 Sterne gibt.

Erscheint bei Loewe

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Autorin / Autor: traumwelten - Stand: 13. Dezember 2017