Wie Klischees die Teilnahme am Arbeitsmarkt verhindern

Das Projekt MINT Flucht/Migration - Frauen/Mädchen (MINT FM FM) setzt sich dafür ein, Flüchtlingsfrauen und -mädchen einen besseren Zugang zu Bildung, Ausbildung und Berufs(wieder)einstieg zu ermöglichen

Die deutsche Wirtschaft sucht insbesondere in Ingenieursberufen händeringend nach Fach- und Nachwuchskräften, dennoch ist der Anteil der beschäftigten Migrant_innen im MINT-Bereich noch sehr gering. Wie alle Frauen und Mädchen sind auch jene mit Migrations- oder Fluchthintergrund besonders selten in MINT-Berufen anzutreffen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei den Frauen, die bereits in ihren Heimatländern eine Ausbildung oder ein Studium in einem MINT-Bereich genossen haben, liegt die Nichtbeschäftigung in ihrem "mitgebrachten" Beruf häufig daran, dass der Berufsabschluss hierzulande nicht anerkannt ist und/oder eine Anerkennung des Abschlüsse zu langwierig ist. Oftmals berichten betroffene Frauen auch, dass ihnen von Seiten der Arbeitsagenturen aufgrund noch mangelnder Deutschkenntnisse kein ihrer Ausbildung adäquater Arbeitsplatz angeboten wird. So landen Frauen, die eigentlich in einen Ingenieursberuf gehören nicht selten in einem Büro als Bürokauffrau oder in anderen Berufen, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen.

Klischees führen zu Berufswahleinschränkungen
Auch Kinder aus Migrantenfamilien - speziell Mädchen und junge Frauen-, die hier geboren und aufgewachsen sind, werden nach Ansicht von Fachleuten in ihrer Berufswahl eingeschränkt. Immer noch kommt es vor, dass ihnen von Grundschullehrkräften eine Empfehlung für eine weiterführende Schule verwehrt wird. So müssen viele Eltern darum kämpfen, dass ihre Kinder ohne Empfehlung das Gymnasium besuchen können. Klischeebilder in den Köpfen von Lehrer_innen und Berufsberater_innen, die es erstens nicht für möglich halten, dass ein MINT-Beruf etwas für Mädchen ist und zweitens schon gar nicht auf die Idee kommen, dass eine junge Migrantin zum Beispiel Ingenieurin werden will, führen laut Expert_innen immer wieder dazu, dass hochmotivierten und intelligenten Migrantinnen statt einem Studium eine Lehrstelle als Friseurin empfohlen wird.

Chancen von Migrantinnen und weiblichen Flüchtlingen verbessern
Um diese Frauen und Mädchen gezielter zu unterstützen, hat der Deutsche Ingenieurinnenbund (dib e.V.) und der Verein Frauen in Naturwissenschaft und Technik (NUT e.V.) das Projekt „MINT Flucht/Migration - Frauen/Mädchen (MINT FM FM) ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, die Chancen von Migrantinnen und weiblichen Flüchtlingen in Bezug auf Bildung, Ausbildung und berufliche Integration im MINT-Bereich zu verbessern und die Frauen speziell zu informieren. "Wir wollen diese Zielgruppen bei (Aus)Bildung und Berufseinstieg in den MINT-Bereichen unterstützen. Wir fordern, dass diese Frauen und Mädchen in den Bereichen, in denen andere Kinder und Erwachsene bereits Förderung erhalten, künftig verstärkt gefördert werden. Es soll verhindert werden, dass sie auf der Strecke bleiben. Zu diesem Zweck bietet der MINT-Bereich auf Grund des Fachkräftebedarfs gute Möglichkeiten." erklären die Koordinatorinnen des Projekts Kira Stein und Afsar Soheila Sattari.

Zwar werde von allen Seiten betont, dass die schnelle Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit die beste Integrationspolitik sei, und man so Parallelgesellschaften vermeiden und das Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft verhindern könne, aber meist werde eben nur von den Männern gesprochen und vergessen, dass dies auch – und im besonderen Maße – für weibliche Flüchtlinge gilt, so die Fachfrauen. "Wir wollen weibliche Geflüchtete beraten sowie mit den entsprechenden Institutionen kooperieren. Wir starten Projekte, um geflüchtete Mädchen und Frauen direkt Hilfe zu leisten. Somit erfolgt die Arbeit mit den weiblichen Flüchtlingen und Migrantinnen direkt Vorort, mit den Kooperationspartnern regional und bundesweit sowie auf der allgemeinen frauenpolitischen Ebene - z.B. mit dem Deutschen Frauenrat - und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit", erklären Kira Stein und Afsar Soheila Sattari.

Zu den Aktivitäten des Projekts gehören Info-Veranstaltungen und Beratungen für weibliche Flüchtlinge und Migrantinnen zu den Themen Bildung, Berufseinstieg und Anerkennung der Abschlüsse, Bereitstellung der Informationen im Web und auf Facebook, Austausch und Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Bundesagentur für Arbeit, Jobbörsen, Frauen-Verbänden, den IHKs oder Hochschulen. Außerdem stellen die Fachfrauen das Projekt auch bei diversen Veranstaltungen vor.

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