Die Mühle

Autorin: Elisabeth Herrmann

Lana verbringt ihre Schulzeit auf diversen Schulen in verschiedenen Ländern, durch die vielen Wechsel hat sie nie die Gelegenheit, richtige Freundschaften zu schließen. Erst als Lana 16 ist hat sie die Chance, den Rest ihrer Schulzeit an einer Schule in einer hessischen Kleinstadt zu verbringen. Ihr fällt es schwer Kontakte zu knüpfen, aus der Ferne bewundert sie eine Clique von älteren Schülern, die "The Court" genannt wird. Johnny, Stephan, Tom, Joshua, Cattie, Siri und Franziska umgibt ein Hauch von Unnahbarkeit und Exklusivität, kein anderer kommt in ihre Clique hinein. Auch Lana nicht.

Als Lana Jahre später in Berlin studiert, trifft sie durch Zufall auf Johnny, der ihr direkt vor die Füße fällt. Mit einer Gehirnerschütterung kann er das Treffen mit seiner alten Clique nicht wahrnehmen und bietet Lana an, an seiner Stelle zu fahren. Nach kurzem Zögern stimmt sie zu, zu neugierig ist sie darauf, mehr über "The Court" zu erfahren. Per Zug reist sie nach Carlsbad, wo sie eine Nacht in einem Grandhotel erwartet. Die Begegnung mit den anderen ist frostig, klar, Lana gehört nicht zur ehemaligen Clique. Für den nächsten Tag ist ein Picknick geplant, mit einer Stretchlimo werden sie abgeholt und tief in den Wald zu einem Plateau gebracht. Keiner der Freunde weiß, wem sie diesen luxuriösen Trip verdanken. Noch ahnt keiner, dass das Wochenende für alle zum Horrortrip werden wird.

Von Elisabeth Herrmann habe ich einige Bücher gelesen und ich bin auch diesmal wieder begeistert. Sie schafft es wie wenige andere eine Wahnsinns Spannung aufzubauen, so dass es fast unmöglich ist, das Buch mal kurz zu unterbrechen. Aus Lanas Sicht erlebt man die Ereignisse und ist damit hautnah an ihren Gefühlen und Gedanken dran. Auch wird schnell klar, dass sie sich sehr von den übrigen Mitgliedern der Clique unterscheidet. Lana ist natürlich, etwas introvertiert, aber clever und ehrlich. Bei den anderen zählen die Äußerlichkeiten, die Selbstdarstellung und auch nach so vielen Jahren gibt es zwischen ihnen Spannungen.

Die Charaktere sind klasse beschrieben, ich hatte sie bildlich vor Augen, genau wie die Umgebung der Mühle. Frau Herrmann fängt die Atmosphäre sehr gut ein, die unterschwellige Bedrohung und das Gefühl der Gefahr kommt super rüber. Vor allem ist der Plot lange Zeit nicht zu durchschauen. Zwar hat man das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass es sich hier nicht um Zufälle handeln kann. Aber was wirklich dahinter steckt, wird erst gegen Ende klar. Die Handlung ist temporeich und läuft wie ein Actionfilm ab, so dass zu keinem Zeitpunkt Längen aufkommen. Stellenweise ist die Spannung kaum auszuhalten und man fiebert beim Lesen mit den Protagonisten mit. Der Thriller war für mich ein absoluter Pageturner. 5 verdiente Sterne.

Erschienen bei cbt

Deine Meinung zu diesem Buch?
Autorin / Autor: majke111 - Stand: 24. August 2016