Verantwortungsvolle Barbie?

Ein Kommentar zur neuen Barbie-Produktlinie mit kurviger Barbie

Barbie - von Hand umgestaltet

Wow! Eine Barbie, die - wäre sie ein echter Mensch - sogar eigenständig stehen und gehen könnte. Das Barbie-Universum wird um die Figurmodelle kurvig, groß und zierlich erweitert, so ist es in einer Pressemitteilung des Spielzeuggiganten Mattel zu lesen und die Medien stürzen sich begeistert auf diese "Sensation". Die als ultradünne Blondine bekannt gewordene Puppe ist künftig nun also nicht nur in 7 verschiedenen Hauttönen, zahlreichen Augen- und Haarfarben sondern auch in unterschiedlich ausgearbeiteten Figurtypen erhältlich.

Hat Mattel nun etwa endlich die Nase voll von Lästereien über das sexistische Frauenbild, das Barbie verkörpert. Über den schlechten Einfluss der Magerpuppe auf das Körpergefühl von Mädchen? Unwahrscheinlich. Jahre lang wurde gemeckert, aber so lange sich der in Plastik gegossene Traum vom perfekten Körper so gut verkauft hat, scherte sich schließlich keiner um die Kritik, die das Erscheinen jeder neuen Barbie begleitete.
Grund für die neue Reihe dürften also wohl eher Umsatzeinbußen sein, denn in letzter Zeit musste Barbie offenbar der Disney Puppe Elsa (aus dem Film "Frozen") den ersten Rang als beliebtestes Mädchenspielzeug überlassen. Die aktuelle "Barbie Fashionistas Dolls" Reihe ist insofern natürlich vor allen Dingen der Versuch, mal wieder von sich reden zu machen und zwar endlich mal positiv - auch bei den Eltern, die aus Ablehnung der durch Barbie verkörperten Schönheitsideale bisher einen großen Bogen um die Puppen-Blondine gemacht haben. Auch wenn einige Barbies aus der neuen Reihe jetzt einen etwas realistischeren Körperbau haben, bedeutet das natürlich in keinster Weise eine Abkehr von der idealisierten Barbie-Traum-Welt. Auch eine dezent breitere Hüfte oder eine schwarze Barbie mit Brille kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Barbie in all ihren Erscheinungsformen ein Ideal verkörpert, das mit einer normalen Frau so viel zu tun hat wie ein Kunstrasen mit einer Blumenwiese.

Aber vielleicht war die unnatürlich geformte Barbie mit ihren ewigen High-Heels und ihrem stets beneidenswerten Lebensstil (Präsidentin, Astronautin, Yachtbesitzerin, Ken-Gattin, Springreiterin, Cake-Pop-Bäckerin) ja fast noch das kleinere Übel? Die konnte man wenigstens als reine Kunstfigur abstempeln. Als Symbol kapitalistischen Schönheitswahnes abkanzeln und mit Edding verunstalten oder als Voodoopuppe verunglimpfen.

Die neue "kurvige" Barbie, die ihre vermeintliche "Normalfigur" mindestens ebenso glatt und perfekt zu Kleide trägt wie ihre langbeinige Mitstreiterin, vermittelt hingegen, dass auch für "dicke Frauen" (Größe 38?) ein perfekter Look, lupenreine Haut und Hochglanzweiblichkeit möglich ist - zumindest im Barbieversum.

Eigentlich verrückt, dass sich jetzt alle vor Begeisterung überschlagen, nur weil Barbie fortpflanzungsfähig (oder "drall" wie eine Zeitung titelt) geworden ist. In Zeiten, in denen ein runder Hintern zum meistbesungenen Körperteil und Po-Implantate zum Trend geworden sind, dürfte eine leicht verbreitete Hüfte wohl kaum als Zugeständnis an "normale Frauenkörper" gewertet werden. Na, sei es drum.
Zugegeben, die Wandlung der Barbie ist trotzdem positiv, vor allem, für die jungen Menschen, die mit ihnen spielen. Das Beste ist aber, dass die Marketingsstrategen damit auf einen Markt reagieren, der offenbar Vielfalt und Individualität mehr schätzt als Perfektion. Möge sich das bewahrheiten und in der Modebranche ebenfalls herumsprechen. ;-)

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Autorin / Autor: Sabine - Stand: 2. Februar 2016
 
 

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