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Hell(o) Barbie und andere Datenkraken

Die BigBrotherAward 2015 wurden verliehen

CC by 4.0 Bernd Sieker

Die BigBrotherAwards 2015 wurden verliehen. Der unrühmliche Preis zeichnet Menschen, Organisationen, Unternehmen und Behörden aus, die "in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen sowie persönliche Daten verkaufen oder gegen ursprüngliche Interessen verwenden." Die BigBrotherAwards werden mittlerweile in 19 Ländern verliehen.

Spion im Kinderzimmer: Hello Barbie
Eine Barbiepuppe - ausgestattet mit Mikrofon und W-Lan, die Kinder dazu verführt, sich ihr anzuvertrauen, nur um die aufgezeichneten Audiodateien via Cloud dann direkt an die Eltern weiterzuleiten? Das ist der Stoff aus dem Alpträume sind! Das fragwürdige Spielzeug sorgt dafür, dass schon Kinder sich schon von klein auf an eine Nonstopp-Überwachung und das Gefühl gewöhnen, nie mehr unbeobachtet zu sein.

Für dieses haarsträubende Überwachungstool für Hellikopter-Eltern mit dem harmlos daher kommenden Namen "Hello Barbie" wurden nun die beteiligten Hersteller Mattel und Toytalk mit dem Negativpreis in der Kategorie Technik ausgezeichnet. Die Puppe, die zum Weihnachtsgeschäft auf dem amerikanischen Markt kommen soll, ist in Deutschland dankenswerterweise noch nicht erhältlich. Möge es so bleiben!

Gesundheitskarte und digitales Tagelöhnertum
Weitere Preise gingen an den Bundesnachrichtendienst (BND) (Preiskategorie Behörden und Verwaltung), "weil er täglich Millionen Telekommunikationsdatensätze sammelt und solche massenweise an NSA & Co. übermittelt", wie es in der Begründung der Jury heißt.
Die Crowdworking-Plattformen Amazon Mechanical Turk und Elance-oDesk erhalten den BBA 2015 in der Kategorie Wirtschaft für die Umsetzung des digitalen Tagelöhnertums.
Amazon wird gleich doppelt geehrt: die Amazon-Töchter in Bad Hersfeld und Koblenz erhalten den BigBrotherAward 2015 in der Kategorie Arbeitswelt für Klauseln in ihren Arbeitsverträgen, die die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer_innen verletzen.
Einen "Neusprech-Award" gab es exemplarisch für den Ausdruck „digitale Spurensicherung“. Er sei ein Beispiel für die beständigen Versuche, den Bürger_innen gegen ihren Willen das Überwachungskonzept der Vorratsdatenspeicherung unterzujubeln.
Das Bundesministerium für Gesundheit, vertreten durch Minister Hermann Gröhe, erhält den BBA 2015 in der Kategorie Verbraucherschutz, unter anderem für die „Elektronische Gesundheitskarte“ und das kommende das kommende „eHealth-Gesetz“.
Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ex-Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich dürfen sich über die wenig ehrenhafte Auszeichnung "freuen". Sie erhalten den Preis in der Kategorie Politik für "die systematische und grundlegende Sabotage der geplanten Europäischen Datenschutzgrundverordnung."

Der Name BigBrotherAwards entstammt George Orwells Dystopie "1984", der bereits Ende der Vierziger Jahre einen totalitären Überwachungsstaat entworfen hatte
Die deutsche Jury bestand in diesem Jahr aus aus Vertreter_innen von Digitalcourage e.V., Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), Chaos Computer Club (CCC), Humanistische Union (HU) und die Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR).

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 19. April 2015
 
 
 

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