Kill All Enemies

Autor: Melvin Burgess
übersetzt von Heike Brandt
ab 14 Jahren

„Kill All Enemies“ hat mich alleine durch die interessante Covergestaltung neugierig gemacht und auch die Kurzbeschreibung klang recht gut – drei Problemkids, jeder mit eigenem Hintergrund und doch laufen sie sich über den Weg.

Leider war der Leseprozess dann doch entgegen meiner Erwartungen recht langwierig, trotz der knapp 270 Seiten, die es zu einem doch eher schmalen Büchlein machen. Die drei etwas untypischen Protagonisten Billie, Rob und Chris waren mir zunächst alles andere als sympathisch, dazu nicht vielschichtig genug, um tatsächlich lebendig zu werden, jedoch wachsen sie dem Leser mehr und mehr ans Herz, je länger man liest - auch wenn sie mir auf die Kürze des Buches nicht nah genug kommen konnten, um mich lange mit ihnen zu beschäftigen. Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, ob sich Melvin Burgess nicht vielleicht etwas übernommen hat, mit drei Hauptfiguren parallel zu arbeiten – allerdings muss ich dem Autor zu Gute halten, dass sich jeder Charakter durchaus deutlich von den anderen unterscheidet und keinerlei Verwechslungsgefahr beim Lesen besteht.

Der Schreibstil selbst ist nicht weder gut noch schlecht, weshalb es mir schwerfällt, darauf einzugehen. Ein simpler, solider Schreibstil, der dem Buch einen gewissen Unterhaltungswert verleiht, jedoch nicht soweit überzeugen kann, dass es lebendig und fesselnd genug wird, um mich nach mehr vom Autor fragen zu lassen.

Die Handlung der Geschichte klang letztlich auch im Klappentext interessanter als sie war – viele Schimpfwörter, viel Gewalt, aber eindeutig zu wenig Substanz.

Von meiner Seite leider kein empfehlenswertes Buch, da ist einfach zu viel Verbesserungsbedarf.

Erschienen bei Carlsen

    Deine Meinung zu diesem Buch?
    Autorin / Autor: cheshirekitty - Stand: 15. Mai 2015