Er hieß Jan

Autorin: Irina Korschunow
ab 12 Jahren

Das 160 Seiten umfassende Taschenbuch „Er hieß Jan“ von Irina Korschunow  wird für Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen. Gleich vorweg kann ich sagen, dass ich die Altersgrenze nach oben entfernen würde, da es sowohl inhaltlich als auch stilistisch ebenso für ältere Leser geeignet ist. Die mir vorliegende Ausgabe erschien am 01.04.2015, die Urausführung jedoch bereits 1979.

Die Story des Buches handelt während der Zeit des zweiten Weltkriegs und erzählt von Regine, einer siebzehnjährigen Deutschen, und Jan, einem polnischen Zwangsarbeiter, die sich verlieben. Die beiden treffen sich heimlich nachts und haben jeden Tag Angst aufzufliegen, was letztendlich tatsächlich geschieht. Jemand hat die Verliebten an die Gestapo verraten, welche sie nun festnimmt und vor sämtlichen Nachbarn demütigt. Schließlich kann Regine aus dem Gefängnis, in das sie geworfen wurde, fliehen und kommt bei einer bekannten Bauernfamilie unter, die sie versteckt.

Von hier aus erzählt sie ihre Geschichte, denn das Geschehene wird in Rückblenden aufgezeichnet. Dadurch entsteht das Gefühl, dass das junge Mädchen einem die Geschichte persönlich schildert, ihre Gefühle, Gedanken, Ängste und Ansichten sowie deren Entwicklung darlegt und einem verständlich macht. Den gleichen Effekt hat das Buchende – ein offenes Ende. Man erfährt nicht mehr, als Regine zu dem Zeitpunkt weiß. Man kann nur hoffen, dass Jan noch lebt und dass sie ihn eines Tages wiedersieht, denn genau das bleibt offen. Diese Frage muss jeder Leser für sich selbst beantworten und führt dazu, dass man das Buch nicht einfach weglegt, sondern sich noch weiter mit dem Thema beschäftigt.

Alles in allem ein sehr schönes und aus meiner Sicht empfehlenswertes Buch.

Erschienen bei dtv

Autorin / Autor: unforgettable - Stand: 16. Juli 2015