Ein Lied für Jemmie

Autor: Adrian Fogelin
übersetzt von Reinhard Pietsch

Im Laufe dieser Geschichte gehen nicht nur Justins Schuhe (die auf dem Buchcover noch heil sind), sondern auch seine Familie kaputt. Sein Vater verschwindet nach einem Streit mit seiner Mutter spurlos, welche sich daraufhin lieber im Bett verkriecht, als sich um ihr Kind zu kümmern. Justins Bruder Duane, welcher sich freiwillig in der Armee einschreibt, muss höchstwahrscheinlich in den Krieg. Justin selber hat noch ein weiteres Problem: Er fängt an Jemmie, eines der beliebtesten Mädchen seiner Klasse, zu mögen.
Als die Situation mit seiner Mutter noch schlimmer wird, bekommt er Hilfe von Jemmies Oma, die auch Justins musikalisches Talent entdeckt. Sie setzt ihn an das Klavier und sieht, wie schnell Justin selber lernt, alle möglichen Tonleitern zu spielen. Das ist Justins Zuflucht. Die Musik. Seine Flucht vor seinen kaputten Schuhen, seiner Familie, der Schule und vor der Tatsache, dass sein Bruder auf dem Weg in den Irak-Krieg ist. Während er an Jemmie denkt, beginnt er eine Melodie zu erfinden. Es wird Jemmies Lied.

Adrian Fogelin hat sich mit vielen Themen auseinandergesetzt: Mit kaputten Familien, dem Nah-Ost Konflikt und Liebe. Fogelin hat Justin mit sehr viel Selbstironie ausgestattet, was eine gewisse Distanz zwischen ihm und den Leser bringt. Außerdem hätte er noch etwas mehr in die Nebengeschichte, den Bruder im Krieg, eingehen können. Aber im großen Ganzen ist es ein sehr lesenswertes Buch, das man gut verschlingen kann und einem ein paar Lacher herauskitzelt.

Erschienen bei Knesebeck

Deine Meinung zu diesem Buch?
Autorin / Autor: lemonyjenn - Stand: 23. Dezember 2015