Leonardo & Salaï

Autor: Benjamin Lacombe
Illustrator: Paul Echegoyen

"Leonardo und Salai" ist ein Werk bei dem Benjamin Lacombe gemeinsam mit Paul Echegoyen zusammengearbeitet hat.
Um die Zusammenarbeit zu verstehen und die Bilder in all ihren Facetten kompetent und gänzlich aufnehmen zu können, sollte man in dem Buch nicht mit der Graphic Novel beginnen, sondern mit dem angehängten Werkstattbericht, wo beide Künstler zu Wort zu der außergewöhnlichen Zusammenarbeit zu Wort kommen und zudem einige Skizzen in ihrer Entstehungphase gezeigt werden.

Das Buch selbst erzählt in einem ersten Band von zweien, von Leonardos Schaffen, von seinem Treffen und seiner Liebschaft mit Salai und spricht viele Themen an, mit denen sich die Künstler nicht nur im 15. Jahrhundert herumzuschlagen hatten, sondern die auch heute noch brandaktuell sind: Ausgrenzung und Verstecken wegen homosexueller Neigungen und der Schwierigkeit, mit Kunst Geld zu verdienen, um damit leben zu können und nicht nur einen Teil seiner Gläubiger bezahlen zu können. Zudem lernt man Leonardo hier nicht erst als alten Mann kennen, sondern als einen Erfinder, Maler und Bildhauer in der Blüte seiner Jahre.

Die Bilder wirken homogen und authentisch, als stammten sie tatsächlich der entnommenen Zeit, warum dies so ist, erklärt sich im Werkstattgespräch mit den Illustratoren.

Es ist ein ganz anderes Werk von Lacombe als ich es bisher kennengelernt habe, ich bin aber nicht minder begeistert, beispielsweise durch den Wechsel von kleinformatigen Illustrationen in der erzählenden Novel, die dann ganz plötzlich wieder von einer doppelseitigen Illustration überflügelt wirkt. Trotz dieser Mittel wirkt Lacombes Arbeit mit Echegoyen wie ein homogenes Ganzes, bei dem viel zu schnell das Ende naht und man ehrlich gesagt nicht gewillt ist, lange auf die Fortsetzung zu warten. Ich bin für meinen Teil nun viel zu neugierig, wie sich das Auftauchen Francesco Melzis auf die komplizierte Beziehung zwischen Leonardo und Salai auswirken wird...

Erschienen bei Jacoby & Stuart

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