Nürnberger Frösche

Autor: P. J. Brackston
übersetzt von Frauke Meier

Gretel ist Detektivin der besonderen Art: Ihre grauen Zellen werden durch schöne Kleidung und Schleckereien stimuliert. Zum Glück wohnt sie mit ihren Bruder Hans zusammen, der fantastische Gerichte zaubert. Er selber ist nicht allzu helle, deswegen übernimmt sie die geistige Arbeit.
Ein neuer Fall wartet auf sie, denn in einem Nobelhotel in Nürnberg ist ein wertvolles Gemälde abhanden gekommen. Aus einer privaten Suite.
Als dann der Überbringer des Auftrags auch noch plötzlich auf Gretels Teppich verstirbt, muss sie schnell alles Nötige in die Wege leiten, um nicht mit dem hiesigen Gesetz von Gesternstadt in Konflikt zu geraten und schnell nach Nürnberg zu reisen. Denn Feldobergendarm Strudel ist Gretel durch ihren Erfolg nicht wohlgesonnen.

Eine interessante Fahrt nimmt ihren Lauf, in der Gretel in die eine oder andere prekäre Lage gerät. Ein Bordell zu betreten ist eine Sache. Eine andere Sache ist es jedoch, während der Ermittlung undercover dort als Peitschendomina zu arbeiten und dann den eigenen Bruder als Kunden vorgesetzt zu bekommen.
Gretel versucht, diverse lose Fäden zu einem Strang zu flechten, an dem schlussendlich der Missetäter zwar nicht aufgehängt wird, jedoch klärt sich auch dieser Fall auf.

Ein kurzweiliges Buch, dass keine klare Zeitebene hat. Denn schreibt der Autor auch das Jahr 1777, Gretel hat Gepflogenheiten, die durchaus eher einer moderneren Zeit zuzuschreiben sind. Vielleicht kenne ich mich aber auch nicht genügend mit den Zeitepochen aus.
Warum jedoch "ein Hänsel und Gretel Krimi" auf dem Cover steht, bleibt unklar, da Hans eher nebensächlich ist und kaum zur Ermittlung beiträgt. Möglich ist, dass er in der vorangegangenen Geschichte eine stärkere Position hatte.
Lesenswert, ja, aber auch kein Verlust, es nicht getan zu haben.

Erschienen bei Bastei Lübbe

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Autorin / Autor: nervensaege4you - Stand: 21. April 2015