Amy & Matthew - Was ist schon normal?

Autorin: Cammie McGovern
übersetzt von Beate Brammertz
ab 14 Jahren

Dieses Buch habe ich eigentlich erst gar nicht wahrgenommen, das Cover finde ich nicht sonderlich ansprechend und auch der kurze Teaser-Text klang nach einer 08/15 Lovestory. Aber irgendwie hat mich der Untertitel „Was ist schon normal“ ziemlich angesprochen. Also gab ich dem Buch eine Chance und schaute nach dem Originaltitel, den übrigens ein schöneres Cover ziert.

Da das Buch recht gute Bewertungen auf goodreads.com hatte, wollte ich es doch gern lesen. Mit viel Vorfreude begann ich das Buch und leider hielt es überhaupt nicht, was es versprach.

Kurz zur Geschichte: Amy ist körperlich behindert, kann nicht sprechen und sich nur eingeschränkt bewegen. Sie hat kaum Freunde und entscheidet daher eines Tages, dass sie statt wie bisher Erwachsene lieber Gleichaltrige im Schulalltag begleiten sollen, um Anschluss zu finden. Für den Job bewirbt sich auch Matthew, da Amy ihn darum bittet (sie kennt in aus früheren Tagen). Doch der hat seine ganz eigenen Probleme mit seinen Zwangsstörungen: er zählt häufig Dinge um sich zu beruhigen, muss sich häufig die Hände waschen etc.

Es kommt wie es kommen muss, Amy verliebt sich in Matthew, doch der ist viel mehr mit sich selbst beschäftigt, denn auch er hat kaum Freunde.
Amy lässt bei ihm nicht locker und gibt ihm subtile Hinweise. Irgendwann vertraut sich Matthew ihr an und erzählt von seinen Zwangsgedanken.
Prompt möchte sie ihn therapieren. Matthew fühlt sich viel besser, wenn er jemandem helfen kann und bei Amy ist, daher macht er mit.
Aber Amy übertreibt es mit ihrer Genialität und stellt ihn in einer Rede vor dem gemeinsam besuchten Rhetorik-Kurs bloß.
Wird er ihr verzeihen? Mit diesem Satz endet auch der Teaser.

Mich packt diese Geschichte, die ja eigentlich ganz vielversprechend beginnt, aber so überhaupt nicht. Es ist toll, dass Körperbehinderung und psychische Störungen im Young-Adult-Genre aufgegriffen werden, aber ich finde das ganze funktioniert hier nicht besonders gut.

Die Geschichte wirkt zu aufgesetzt, die Handlung zu konstruiert. Amy wird als mysteriöse Leidende dargestellt und Matthew als psychisches Wrack. Und natürlich haben beide kaum Freunde, wie das ja so oft an der High School ist, wenn man nicht normal ist. Klischee oder nicht, ich finde die Charaktere ganz und gar nicht authentisch. Schon die Sprache ist irgendwie viel zu unjugendhaft.
Aber macht euch selbst euer Bild und lest doch mal rein.

Mich hat es jedenfalls nicht begeistert, obwohl das Thema durchaus spannend ist.

Erschienen bei Heyne

Autorin / Autor: mietzi8 - Stand: 22. April 2015