Idiotensicher

Autor: Dirk Pope
ab 13 Jahren

Dirk Popes Jugendroman „Idiotensicher“ beschäftigt sich mit den Strukturen der Freundschaft. Er zeigt, wie leicht sich solche Gefüge verschieben, wenn die Dinge in Bewegung geraten. In diesem Buch passiert das sogar ziemlich schnell.
Der farbige Moki ist ein Freak mit verrückten Ideen, der immer einen Cowboyhut trägt. Seine Freunde Joss und Basti dagegen sind ziemlich normal und schauen zu ihm auf. Die Freunde haben ein geheimes Hauptquartier, einen alten Zirkuswagen am Fluss, den sie nur „den Zirkus“ nennen. Den Fluss nennen sie „Mississippi“. Sie verbringen einen Großteil des Sommers damit, sich von einer Schaukel am Ufer in spektakulären Posen in den „Mississippi“ fallen zu lassen und das Ganze mit dem Handy zu filmen. Den Rest der Zeit brettern sie mit dem Motorrad, das Moki auf seinem Balkon aufgemotzt hat, auf einem alten Fabrikgelände herum, ohne Helm und ohne Führerschein. Auf dem Gelände ragt ein Kran hoch über den Fluss. Als Mutprobe meint Moki, dass sie da alle runterspringen müssen. Als Moki runterspringt und nicht mehr auftaucht, denken Joss und Basti , dass Moki etwas passiert sei.

Moki hat sie jedoch nur reingelegt, damit sie auch springen. Bei seinem Sprung in den Fluss hat Moki einen „Schatz“ gefunden. Eine Kiste voller Feuerwerkskörper. Sie lassen die Raketen in der Sonne trocknen und kommen nachts wieder, um sie in der Fabrikhalle zu zünden. Es scheinen jedoch alles Blindgänger zu sein. Selbst als Moki eine mit Benzin übergießt und anzündet, gibt es keinen großen Knall. Kein Wunder, denn die Röhren der Raketen sind mit Haschisch gefüllt. Da sie selbst keine Kiffer sind, wollen sie das Zeug verkaufen.
Als Moki bestimmt, dass sie die Drogen verkaufen sollten, fädelt die gebürtige Isländerin Elín, die nach dem Fund zum Trio stößt, über einen Mittelsmann einen Kontakt zu zwei Dealern ein. Und plötzlich gerät die eigentlich idiotensichere Sache außer Kontrolle.
Die drei Hauptkapitel sind als „Akten“ gekennzeichnet, die wiederum einzelne „Protokolle“ enthalten. In diesen übernehmen es drei verschiedene Ich-Erzähler, ihre Sicht auf die Ereignisse darzustellen: Joss, Basti und Elín. Der Autor verleiht jeder seiner Figuren ihre eigene Sprache. Nur Moki erhält keine eigene Erzählerrolle, er entsteigt als schillernde Figur den Schilderungen seiner Freunde.

Ich mochte dieses Buch, da der Autor Spannung aufbauen konnte. Die Geschichte war angenehm zu lesen und hatte eine sehr realitätsnahe Handlung.
Es gab einige Wendepunkte, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

Erschienen bei Hanser

Deine Meinung zu diesem Buch?
Autorin / Autor: lisilisi - Stand: 4. Mai 2015