Schimmert die Nacht (Bd. 4)

Autorin: Maggie Stiefvater
übersetzt von Jessika Komina und Sandra Knuffinke
ab 16 Jahren

Inhalt
Cole St. Clair ist wieder da! Der umstrittene Rockstar mit nicht nur ein paar Drogengeschichten ist von den Toten auferstanden, um wieder Musik zu machen. Mit einer neuen Band und ohne Druck eines Labels versucht er, durch eine Internetshow ein Album aufzunehmen. Nicht ganz ohne Hintergedanken wählt er dabei die Stadt der Engel – denn Isabel ist dort.
Nach einer gemeinsamen Vergangenheit versucht sie nun, in Los Angeles von neu anzufangen. Ganz ohne Werwölfe.
Doof nur, dass Cole alles daran setzt, sie zurückzugewinnen. Koste es, was es wolle.

Eigene Meinung
Die Gestaltung von Maggie Stiefvaters neuem Roman finde ich sehr einladend. Die lila Farbe zieht den Blick auf sich und sieht im Regal dazu auch noch sehr hübsch aus. :) „Schimmert die Nacht“ ist ganz ähnlich aufgebaut wie die anderen Bände der Mercy Falls-Reihe: Leicht durchscheinendes Muster im Hintergrund und ein Scherenschnitt von einem Paar und einem Wolf. Wie immer finde ich es wunderschön und sehr passend. Leider sind keine weiteren Bände zu der Reihe geplant. :(

Schon ab der ersten Seite war ich wieder total verloren in Maggies Schreibstil. Er ist einfach so einzigartig, simpel, aber doch wunderschön. Sie schafft es, einen komplett in die Welt von Isabel und Cole zu teleportieren. Ich weiß nicht genau, wie sie das macht, aber eine Sache weiß ich auf jeden Fall: Die Autorin hat ein unglaubliches Talent, mit dem sie den Leser zu hundert Prozent verzaubern kann.

Auch wenn es etwas länger her ist, dass ich „In deinen Augen“ gelesen habe (Band 3), ist mir der Einstieg in die Geschichte sehr gut gelungen. Cole UND Isabel sind Charaktere, die man einfach nicht so einfach vergisst. Beide sind selbstverliebt, sarkastisch und dezent arrogant.
Und ich liebe sie.

Isabel ist wie eine Zwiebel (ja, das habe ich aus „Shrek“, aber das ist mir im Moment egal, weil es keinen besseren Vergleich gibt). Man muss erst jede einzelne Schicht aus Ablehnung, Ignoranz und Selbsthass durchdringen, um zu ihrem weichen Kern zu kommen. Und der einzige, der das je getan hat, ist Cole. Er kennt sie wirklich und deswegen fällt es ihr auch so schwer, von ihm fern zu bleiben.
Cole ist ein sehr tiefgründiger Charakter. Er spielt für alle den unnahbaren Rockstar, aber hinter den Kulissen hat er zu kämpfen mit seinen Gefühlen für Isabel, der Sucht, den Erinnerung an Mercy Falls und was passiert ist… Er versucht, mit allem alleine fertig zu werden, aber seine Produzentin (schwer zu sagen, was sie eigentlich ist) setzt ihm zusätzlich mit Versuchungen und ungewollten Konfrontationen mit seiner Vergangenheit zu.

Trotzdem ist „Schimmert die Nacht“ kein tragisches Buch über die Probleme der beiden. Dadurch, dass Cole ein ziemlicher Narzisst ist und Isabel aber eine durchsetzungsstarke Frau, kommt es immer wieder zu sehr lustigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden.
Es gibt aber auch etwas deprimierende Momente, in denen beide nicht auf der Höhe sind.

„Schimmert die Nacht“ ist ein sehr gelungenes und abwechslungsreiches Spin-Off zu einer fantastischen Reihe. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und die Handlung an sich ist sehr spannend und fesselnd.

Ich vergebe 5 Sterne für eine Geschichte, die es auf jeden Fall wert ist, gelesen zu werden. Aber es lohnt sich natürlich, erst einmal die Hauptgeschichte zu lesen, bevor man zum Spin-Off greift. :D

Erschienen bei script5

Autorin / Autor: MissUnberechenbar - Stand: 26. März 2015