Allee der Kosmonauten

Autorin: Anne Krüger
ab 16 Jahren

Mathildas Leben läuft nicht gerade so, wie sie es sich vorgestellt hat. Als Kind war ihr größter Traum Kosmonautin zu werden. Dieser wurde jedoch zerstört als ihr auf einem Riesenrad klar wurde, dass sie Höhenangst hat. Jetzt mit Ende Zwanzig hat sie einen Job als Kassiererin, wobei sie mit diesem alles andere als zufrieden ist. Hinzu kommt auch noch, dass es in ihrem Liebesleben nicht gerade rosig aussieht. Kurz gesagt, ihr Leben ist eine einzige Katastrophe.

Meine Meinung:
Ich muss sagen, ich finde das Cover einfach niedlich. Die Raketen passen gut zum Inhalt des Buches. Mathilda träumt nämlich sehr oft von Raketen. Auch die Schriftart des Titels find ich gut gelungen. Es ist auf jeden Fall ein Blickfang!
Als ich den Klappentext gelesen habe, habe ich gedacht, dass ich eine Geschichte von einer Frau bekomme, die in ihrem Leben alles falsch gemacht hat, dann ihr Leben jedoch in die Hand nimmt und das Beste draus macht. Diese habe ich auch zum Teil bekommen, aber irgendwie hat mich das Ganze nicht ganz überzeugen können.

Kommen wir erst einmal zu Mathilda. Ich konnte mit ihr nicht warm werden und sympathisch war sie mir auch nicht. Sie ist total demotiviert und ist unzufrieden mit ihrem Leben, aber dagegen tut sie auch nicht gerade viel. Ihre Freundin Nina sucht ihr immer Stellenanzeigen für eine neue Arbeit raus. Nicht mal das bekommt sie auf die Reihe. Durch die vielen Rückblenden in ihre Kindheit, kann ich jedoch irgendwie nachvollziehen, warum sie so ist, wie sie ist. 
Die reichlich vielen Nebencharaktere haben bei mir manchmal zu Verwirrung geführt, weil die Charaktere teilweise Spitznamen haben, wie Hase oder Kartoffel. Ich konnte mir das alles einfach nicht merken. Über den einen oder anderen Nebencharakter hätte ich gerne mehr erfahren, weil diese echt interessant waren.

Die Geschichte an sich hat mir dennoch recht gut gefallen, da sie sehr realistisch ist. Anne Krüger beschreibt den Berliner Alltag und mitten drin eine Mathilda Unterwasser, die total orientierungslos und verloren ist.  Einen Spannungsbogen gibt es nicht, aber das hat die Geschichte auch nicht nötig.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eigen. Sie beschreibt alles in kurzen und knappen Sätzen. Am Anfang kam mir das alles eigenartig vor, aber der Schreibstil passt einfach perfekt zur Stimmung des Buches. Die Stimmung ist nämlich sehr bedrückend und düster.
Die Dialoge zwischen den Charakteren haben mir leider dagegen nicht so gut gefallen. Diese wirken eher kalt und lieblos, weil sie teilweise sehr abgehackt sind.

Fazit:
Wer eine realistische Geschichte mit ungewöhnlichen Charakteren lesen möchte, ist hier genau richtig! Jeder von uns wird irgendwann mal in einer Situation stecken, in der wir nicht wissen, was wir als nächstes machen sollen um aus dem Schlamassel rauszukommen und wer wissen möchte, wie Mathilda Unterwasser sich dabei schlägt, sollte das Buch lesen!
(Mein Tipp vor dem Kauf:  Ihr solltet jedoch kurz in der Leseprobe rein lesen und gucken, ob der Schreibstil euch zusagt. )


Erschienen bei script5

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Autorin / Autor: kerime - Stand: 3. Februar 2015