5 Dinge, die ich über meinen Vater weiß

Autorin: Mariken Jongman
übersetzt von Birgit Erdmann
ab 14 Jahren

Das Leben einer Vierzehnjährigen ist nicht leicht, erst recht nicht für die taffe und abenteuerlustige Kiki, die hat nämlich eine Mission: Sie will ihren leiblichen Vater kennen lernen. Das alleine ist schon eine schwierige Aufgabe, wie man sich denken kann, doch noch komplizierter wird es, wenn man nichts über die Person, die man aufspüren möchte, weiß. Sie beschließt alles, was sie über ihren Vater in Erfahrung bringen kann, aufzuschreiben und bekommt nach einigem Überlegen nur zwei Punkte zusammen, die leider keinen wirklichen Aufschluss über den Verbleib ihres biologischen Vaters bieten, denn das einzige was sie weiß ist, dass ihr Vater Bassist einer Band war, den jedoch niemand zu kennen scheint.

Doch Kiki möchte nicht aufgeben und schmiedet mit ihrer besten Freundin einen Plan: Obwohl es schier unmöglich scheint, ihren Vater zu finden, möchte sie sich ein Bild von ihm machen, selbst wenn es nicht das ihres echten Vaters ist. Sie beschließt also ein eigenes Bild ihres Vaters, aus verschiedenen Merkmalen und Eigenschaften derjenigen Männer, die auf den ersten Punkt ihrer Liste, mit den Dingen, die sie über ihren Vater weiß, zutreffen, zusammenzustellen. Der Plan lautet, einige Bassisten zu interviewen, um so deren Eigenschaften kennen zu lernen. Parallel dazu soll Kikis beste Freundin eine Art Phantombild zeichnen, bestehend aus körperlichen Merkmalen der interviewten Männer. Obwohl der Plan anfangs ganz gut klingt (für Kiki zumindest) und auch einigermaßen funktioniert, bemerkt Kiki, dass diese Art eines Vaters ihr nicht genügt.

Mariken Jongman, die Autorin des im Carlsen Verlag erschienen Jugendromans, taucht tief ein in die Gedanken und Gefühle einer Vierzehnjährigen und gibt diese glaubhaft und unverblümt wieder. Die Schriftart ist einfach aber bildhaft und sehr humorvoll gehalten, was das Lesen sehr angenehm macht, dennoch ist zu sagen, dass der Humor der jungen Kiki wohl nicht jedermanns Geschmack treffen wird, denn er ist nicht selten etwas plump und direkt, wie zum Beispiel der erste Satz des Romans verdeutlicht: „Ich bin bei einem Gnadenfick gezeugt worden“. Genau diese Ausdrucksart lässt mich zu dem Entschluss kommen, diesen Roman an Jugendliche ab dem vierzehnten Lebensjahr zu empfehlen, die mit derartigen Ausdrücken umgehen können.

Dieser Jugendroman beschäftigt sich mit allen Problemen, die auf einen jungen Menschen im Teenageralter zukommen: Freundschaft, Familie und die erste Liebe. Selbst wenn man nicht in Kikis Situation steckt und seine Eltern, seine Wurzeln, kennt, ist dieser Roman durchaus lesenswert. Kiki ist ein vielseitiges, leichtsinniges und auch etwas verrücktes Mädchen mit vielen Ideen und Träumen, die nicht nur auf der Suche nach einem Erzeuger, sondern vielmehr auf der Suche nach sich selbst ist und eine solche Reise mitzuerleben ist immer eine spannende Geschichte.

Erschienen bei Carlsen

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Autorin / Autor: nela - Stand: 23. Februar 2015