Drachenzorn

Autorin: Naomi Novik
Ein wahres Meisterwerk für Fans

Roter Drachen umschlingt Glaskugel

In DRACHENZORN, kehren Kapitän Will Laurence und sein Drache Temeraire aus China zurück, um England im Kampf gegen Napoleon beizustehen. Doch diese Reise gestaltet sich schwieriger als erwartet. Ein Zwischenstopp in Istanbul enthüllt ein politisches Schreckensszenario. Die Ottomanen haben sich auf die Seite Napoleons geschlagen und verweigern die Herausgabe der von England gekauften Dracheneier. Und die Preußenarmee fährt eine vernichtende Niederlage nach der anderen ein. Hinter alledem steckt Lien, der Albinodrache, der Rache geschworen hat und alles vernichten will, was Temeraire lieb und teuer ist. Napoleon macht das Drachenweibchen zum Kommandanten seiner Luftwaffe und niemand kommt mehr gegen ihren gemeinsamen Plan an...

Mit dem Zyklus "Die Feuerreiter Seiner Majestät" hat Naomi Novik bewiesen, dass auch das 19. Jahrhundert eine faszinierende Kulisse für Fantasy sein kann. Napoleon und Drachen - wer hätte das gedacht?
Auch DRACHENZORN, der dritte Band ist ein wahres Meisterwerk für Fans. Die Kombination aus Fakten und Fiktion ist gelungen wie immer und erzeugt eine sehr authentisch wirkende Atmosphäre. Der Handlungsbogen ist meines Erachtens etwas ausgewogener und wartet mit einigen tollen Höhepunkten auf (die Episode bei der preußischen Armee, die ziellos umherirrt hätte allerdings etwas kürzer sein können). Temeraire und Will sind so sympathisch wie eh und je, und ein gegen Ende eingeführter Charakter, das süße und überaus feurige Drachenmädchen Iskierka, ist ein höchst willkommener Zuwachs. In den folgenden Bänden dürfte Iskierka die zwei eher stoisch veranlagten Gefährten in einige unterhaltsame Situationen stürzen. Eine weitere gelungene Neueinführung ist die "persönliche Komponente" des Krieges, Lien gegen Temeraire, die dem Ganzen zusätzlich Spannung und Grimmigkeit verleiht.

*Erschienen bei cbt*

Autorin / Autor: Claudia Mecklenburg - Stand: 25. Oktober 2007