Heißhunger durch TikTok?
Studie: Zwar triggern Foodblogger den Appetit von Jugendlichen, aber Eltern könnten sich mehr einmischen
Seid ihr viel auf TikTok unterwegs und habt ihr danach manchmal Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel? Dann seid ihr damit nicht allein, denn Teilnehmer:innen einer aktuellen US-amerikanischen Studie berichteten, dass ihnen auf TikTok vielfältige Inhalte zum Thema Essen begegneten – darunter Rezepte, virale Food-Trends, Restaurantbewertungen, Werbeaktionen von Influencern, „Was ich an einem Tag esse“-Videos und Werbung. Und das wecke oft den Wunsch, die vorgestellten Speisen zu essen, zu probieren oder zu besorgen. Eine optisch ansprechende Präsentation der Speisen, Kommentare anderer Nutzer:innen und Empfehlungen von Influencern taten dann ihr Übriges, um das Interesse zu wecken, die vorgestellten Speisen zu probieren. Häufig lösten die TikTok-Inhalte zum Thema Essen auch Hunger oder Heißhunger aus. Zwar standen die Jugendlichen gesponserten Aktionen manchmal skeptisch gegenüber, doch der Einfluss bekannter oder scheinbar glaubwürdiger Influencer:innen war stärker als die Skepsis.
Für die Studie wurden vier Fokusgruppen mit 25 Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren aus einer Highschool im Mittleren Westen gewonnen, die darüber diskutierten, wie sie TikTok nutzten, welche Inhalte zum Thema Essen ihnen begegneten, wie sie diese Inhalte bewerteten und ob ihre Eltern Einfluss auf ihre Social-Media-Nutzung und ihr Essverhalten hatten.
Essens-Inhalte wecken schnell Aufmerksamkeit
„Jugendliche beschrieben TikTok als ein äußerst fesselndes Umfeld, in dem Inhalte zum Thema Essen schnell ihre Aufmerksamkeit erregen und den Wunsch wecken können, etwas zu essen oder etwas Neues auszuprobieren“, sagt Dr. Adrianna N. Bell, RN, PHN, Senior Research Consultant bei der Delta Consulting Group. Doch die Macht von Social Media kann offenbar auch eingedämmt werden - und zwar durch die Eltern.
Obwohl die meisten Teilnehmer den Eindruck hatten, dass ihre Eltern kaum direkt in ihre tägliche TikTok-Nutzung involviert waren, gaben sie an, weniger Zeit auf der Plattform zu verbringen, wenn Eltern gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Aktivitäten oder andere persönliche Interaktionen förderten. Eltern könnten zudem eine schützende Rolle einnehmen, indem sie die Glaubwürdigkeit von Aussagen zu Diäten und Körperbild hinterfragen und Jugendliche daran erinnern, dass der Körper, der Lebensstil und die Ergebnisse eines Influencers möglicherweise nicht realistisch oder auf jeden übertragbar sind.
„Zwar sahen die Teilnehmer ihre Eltern im Allgemeinen als nicht in ihre tägliche TikTok-Nutzung involviert an, doch beschrieben sie auch Situationen, in denen Eltern eine wichtige Rolle spielten, indem sie die Konfrontation mit Inhalten zum Thema Essen unterbrachen und kritische Gespräche über diese Inhalte anregten“, so Bell.
Die Forscher:innen weisen darauf hin, dass diese Erkenntnisse in zukünftige Maßnahmen zur Ernährungserziehung und Medienkompetenz einfließen könnten, die sowohl Jugendliche als auch Eltern einbeziehen.
Es seine allerdings weitere Untersuchungen erforderlich, um herauszufinden, wie sich der Konsum von ernährungsbezogenen TikTok-Inhalten auf die tatsächliche Nahrungsaufnahme von Jugendlichen auswirkt und wie Eltern eine gesunde Nutzung sozialer Medien sowie gesunde Essgewohnheiten am besten fördern können.
Die Studie erschien im „Journal of Nutrition Education and Behavior“ (JNEB), herausgegeben von Elsevier.
Kennst du dich aus mit Lebensmitteln?
Teste dein Wissen im Quiz
Wie gefällt dir der Artikel?
Autorin / Autor: Pressemitteilung / Redaktion; Bild: LizzyNet - Stand: 27. August 2026