Wenn das Papier weiß bleiben will...

Schreibtipps von einer erfahrenen Autorin: Was kann man tun, wenn einem nichts einfallen will oder alles kreuz und quer geht?

Was kann man tun, wenn das Papier einfach weiß bleiben will?

  • Schreiben... nein, das sollte kein Witz sein, echt hinsetzen und die Augen zumachen und irgendwas schreiben, manchmal auch mit der anderen Hand, in jedem Fall mit der Hand.
  • Oder drei Minuten schnell schreiben, ohne den Stift loszulassen, auch wenn man dann so etwas schreibt wie: alles ist blöd, ich bin blöd, diese Übung ist blöd etc. einfach weitermachen, das schubst etwas im Kopf an.
  • Oder was ich weiter oben erzählt habe, diese Übungen mit den fünf Worten.
  • Oder sich erlauben, die drei schrecklichsten Anfänge aller Zeiten zu schreiben, und zwar gleich drei, weil wenn man sich nur einen vornimmt, macht man sich wieder alles viel zu schwer... bei dreien ist man eher bereit zu spielen.

Und was kann man machen, wenn in der Geschichte alles kreuz und quer geht und man sich komplett verzettelt?
Die einzelnen Handlungsschritte auf Karteikarten schreiben und auf einen Tisch/den Boden legen und dann abgehen. Sich fragen, ob man von dem einen Schritt wirklich zum nächsten kommen kann, oder ob man es nicht kürzen/verändern kann. Allein das Schreiben auf die Karteikarten bringt Klarheit ins Hirn. Es ist auch gut, wenn man das zusammen mit einer Freundin macht, denn sie sieht oft viel deutlicher, wo das Problem liegt, als man selbst. Beim Verlag gib es dafür ja auch den Lektor, denn auch der Autor braucht jemanden, der mehr Abstand zur Geschichte hat. Auch Autoren verheddern sich manchmal und brauchen Unterstützung.

Was ist für Sie der unverzeihlichste Fehler in einem Krimi…?
Unglaubwürdige Handlung, schwache Figuren: Langweilige Kommissare oder noch schlimmer: arbeitslose trinkende Privat-Detektive, die sich in depressiver Weltanschauung ergehen, Dialoge, die man eher Aliens als Menschen zuordnen würde; langatmige Abhandlungen über Technik, Natur, Vergangenheit. Gruselig...

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Autorin / Autor: Beatrix Mannel, die Lizzys - Stand: 2. Juli 2008