Meeresbiologin: Eigenständig forschen und lehren

"Frau muss die Balance finden zwischen dem, was sie erreichen möchte und dem, was sie dafür aufgibt", sagt Professor Karin Lochte ganz offen. Seit November 2007 führt sie das international angesehene Alfred-Wegener-Institut Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Damit ist sie die einzige Frau in der Riege der 15 Institutsdirektoren der so genannten Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Wissenschaftsorganisation. Heute sind ihre aktiven Forschungstätigkeiten „sehr eingeschränkt" - für die Direktorin eines Instituts mit 800 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen stehen schließlich jede Menge Verwaltungs- und Gremienarbeit, aber auch politische Entscheidungsprozesse im Vordergrund. Die Berufung zur Direktorin eröffnete Karin Lochte viele neue Perspektiven: „Es ist spannend, etwas Neues zu tun. Ich kann sehr viel bewegen für meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen." Sie hat dabei auch die Förderung des weiblichen Akademikernachwuchses im Visier: „Wir möchten qualifizierte Frauen in Leitungspositionen der Forschung bringen."

Expeditionen auf See
Die leidenschaftliche Forscherin weiß, was sie für ihre Karriere aufgegeben hat: faszinierende mikrobiologische Zusammenhänge der Tiefsee wissenschaftlich zu erkunden oder in der Antarktis verstehen lernen, wie viel Biomasse Algen und Bakterien erzeugen. „Wir gewannen wichtige Erkenntnisse darüber, wie die Nahrungskette funktioniert", erklärt sie. „Mit unserer Forschung sind wir sehr weit gekommen", berichtet die 56-Jährige stolz und blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf ihre zahlreichen Expeditionen auf See zurück. Karin Lochtes Weg an die Spitze des AWI begann mit einem Studium der Biologie und Chemie an der Technischen Universität Hannover. Dort studierte sie zunächst „auf Lehramt" bis zum ersten Staatsexamen, bis sie ihr ausgeprägtes Interesse für „aquatische Biologie" und Meeresbiologie entdeckte. „Der pädagogische Aspekt, wie ihn der Lehrerberuf erfordert, war mir nicht wichtig genug." Ein Stipendium, das sie an die „Marine Science Laboratories" der britischen University of North Wales führte, schloss sie 1979 mit dem „Master for Science" in Meeresbiologie ab. Mitte der neunziger Jahre entschloss sie sich zu habilitieren. Damit traf sie ihre wichtigste Entscheidung: nämlich Karriere zu machen. Den Grund: „Wenn man Forscherin bleiben möchte, muss man nicht unbedingt habilitieren. Ich wollte jedoch eigenständig forschen und lehren."

Ostseeforschung und Professur

Schon bald übernahm sie die Sektionsleitung des Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde, wurde Professorin für Biologische Meereskunde an der Uni Rostock. Im Jahr 2000 übernahm sie die Leitung der Biologischen Ozeanographie am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Professorin Karin Lochte ist die einzige Frau in der Riege der 15 Industriedirektoren von Deutschlands größter Wissenschaftsorganisation. Foto: Privat Seite 2 von 2 Kiel, forschte und lehrte bis 2007 als Professorin. In einer eher männerdominierten Wissenschaftslandschaft hat sie sich als Frau durchgesetzt, sich eine ausgezeichnete Reputation erarbeitet. „Man muss sich auf vielen Ebenen beweisen. Ich habe aber nie das Gefühl gehabt, dass mir prinzipielle Hindernisse im Weg stehen." Wichtig sei es aber, ein Ziel zu verfolgen und sich voll und ganz dafür einzusetzen. Ihr Privatleben musste sie jedoch, wie sie sagt, vollständig umstellen. Rückhalt und Unterstützung bekam sie nicht nur vom ihrem Lebenspartner, sondern auch von Freunden. Karin Lochte selbst hat keine Kinder. Frauen, die Kinder möchten, rät sie, nicht länger als ein Jahr auszusetzen. „Frauen dürfen den Kontakt zum Beruf nie verlieren und sollten während der Erziehungszeit versuchen, immer im Gespräch zu bleiben", rät Karin Lochte.

Quelle: Auszug aus abi extra >> female (2008) der Bundesagentur für Arbeit

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Autorin / Autor: Auszug aus abi extra >> female (2008) der Bundesagentur für Arbeit. - Stand: 15. Juli 2008
 
 
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