21 - Dunkle Begleiter

Autor: Wulf Dorn

Eigentlich sollte es ein schöner Abend werden für Zoe und Nikka: Die beiden Freundinnen wollen es zu Halloween ausnahmsweise so richtig krachen lassen und feiern deshalb im Club ihrer Heimatstadt. Doch dann kommt alles ganz anders als gedacht: Auf einmal findet sich Nikka im Krankenhaus wieder. Sie erfährt, dass sie von K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt wurde, kollabierte und anschließend 21 Minuten tot war. 21 lange Minuten ohne Puls, die für Nikka mehr Konsequenzen haben als ihr lieb ist. Wieder unter den Lebenden muss sie feststellen, dass nichts mehr so ist wie es war: Zoe ist verschwunden. Die K.O.-Tropfen waren in ihrem Getränk und Nikka war scheinbar nur ein zufälliges Opfer. Während sie froh ist, überlebt zu haben, sorgt sie sich um ihre beste Freundin: Wo ist Zoe? Ist sie noch am Leben? Und wenn ja, was muss sie gerade durchstehen? Einige Tage später taucht Zoe wieder auf. Alle sind hellauf begeistert und die Erleichterung ist groß – nur Nikka ist skeptisch: Zoe ist nicht wie vorher, irgendwas hat sie verändert und zu einer anderen gemacht. Doch wie soll Nikka herausfinden, was ihrer besten Freundin zugestoßen ist, wenn diese sich weigert, über ihr Verschwinden und alles was damit zu tun hat, zu sprechen?

Ein unvorhersehbares Buch
„21 – Dunkle Begleiter“ ist ein erstaunlich unvorhersehbares Buch. Als Leser denkt man immer wieder, man wüsste, worum es geht und wo die Geschichte hinführt, doch man täuscht sich. Sowohl das Hauptthema als auch die verschiedenen Wendungen der Erzählung haben mich immer wieder überrascht. Es gelingt dem Autor Wulf Dorn, eine ungewöhnliche Geschichte zu erzählen, die sich nicht richtig in die typischen Schubladen einordnen lässt. Klar ist, dass Nikka die Hauptperson ist, und dass es sich um einen Thriller handelt. Doch was ist das dominierende Thema? Freundschaft? Liebe? Das Leben oder was danach kommt? All diese Dinge spielen eine wichtige Rolle in „21 – Dunkle Begleiter“.
Um komplett in die Geschichte von Nikka und Zoe einzutauchen, muss man sich auf Dinge einlassen, mit denen der eigene Verstand womöglich nicht immer zurechtkommt – oder man muss Fiktion mögen. So oder so, das Buch von Wulf Dorn hat einiges zu bieten, wenn man als Leser dafür offen ist. Es ist gut geschrieben, der Stil ist ansprechend und passt sehr gut zu den jugendlichen Protagonisten. Die Story ist nicht vorhersehbar, sondern überrascht mit ungewöhnlichen und unerwarteten Wendungen. Der Plot entwickelt sich angenehm zügig, ohne dass man das Gefühl bekommt, durch die Geschichte gehetzt zu werden, und die Charaktere wirken plastisch und sympathisch. Dadurch entwickelt der Thriller einen regelrechten Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann und will – vorausgesetzt man ist bereit, die Grenzen unserer Welt wie wir sie kennen etwas flexibler zu interpretieren.
„21 – Dunkle Begleiter“ ist insgesamt ein gutes Buch, dessen Story sich ganz anders entwickelt hat, als ich erwartet habe. Mir persönlich war die Handlung teilweise zu „übernatürlich“ angehaucht, deshalb lässt mich das Buch nachdenklich, aber nicht begeistert zurück. Das ist aber sicher Geschmackssache und ich bin überzeugt davon, dass „21 – Dunkle Begleiter“ viele Leser sehr gut unterhalten wird.

Erschienen bei cbj

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Autorin / Autor: lacrima - Stand: 19. Juli 2019