1984 Nach George Orwell

Autoren: Jean-Christophe Derrien, Rémi Torregrossa
Übersetzt von: Anja Kootz

Die Graphic Novel-Adaption des im 20. Jahrhunderts erschienen Roman „1984“ von George Orwell erschien Anfang 2021 beim Knesebeck GmbH & Co. Verlag KG, München. Entstanden ist die Adaption in Frankreich aus der Kooperation von Jean-Christophe Derrien, dem Autor, und Rémi Torregrossa, dem Illustrator.

Es handelt von einer Welt in der der sog. „Große Bruder“ die Bürger_innen permanent zu beobachten scheint. Darüber hinaus eine Regierung, die die Menschen mit Angst und Lügen klein hält, um ihre Macht im Land zu festigen. In dieser beinahe unwirklich anmutenden Welt findet sich der Angestellte Winston Smith wieder. Als Arbeiter für das sog. „Ministerium der Wahrheit“, in welchem er Tag für Tag Nachrichten und Dokumente fälscht, um sie den Vorstellungen der Regierenden anzupassen, lernt er irgendwann Julia kennen und lieben. Heimlich treffen sie sich und führen eine unerlaubte Beziehung, die der Staat so nicht billigen würde. Letztlich entschließen sich die beiden, einer Untergrundbewegung beizutreten, doch leider ist ihr Vertrauter nicht der, der er vorgibt zu sein und sie gelangen in einen Hinterhalt. Freiheitsberaubung (wenn man in dieser Welt überhaupt noch von Freiheit in irgendeinem Sinne sprechen kann) und Folter sind die Konsequenz und entzweien dadurch Winston und Julia. Zwar kommen die beiden nach langer Zeit voller Qualen wieder frei, doch der Preis dafür war ihre Liebe und das gegenseitige Vertrauen.

Auf ca. 120 Seiten wird der ursprüngliche Roman von George Orwell in beeindruckenden Illustrationen wiedergegeben. Triste Darstellungen in Grautönen dominieren das Graphic Novel, was die beengende, beängstigende Stimmung der Welt von Winston Smith fast greifbar wiedergibt. Nur vereinzelt kommen Farben zum Einsatz, hauptsächlich in Momenten der Freiheit, oder wie die Regierung es möglicherweise formulieren würde, des Ungehorsams von Winston und Julia.

Insgesamt ein überaus spannendes Novel, das an die Nieren geht und durch die dargestellte düstere Welt, welche nicht mit Paranoia geizt, wohl nicht für jeden etwas ist. Dennoch würde ich es empfehlen, wenn man sich für solche düsteren Szenarien begeistern kann. Mich persönlich hat es sogar angeregt nun mit dem eigentlichen Roman von George Orwell vorlieb zu nehmen, den ich bisher selbst noch nicht gelesen habe.


Erschienen bei Knesebeck

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Autorin / Autor: berry - Stand: 26. Februar 2021