Wirtschaftswissenschaften studieren

Welche Möglichkeiten gibt es noch, außer Betriebswirtschaft und Volkswirtschaftslehre?

Studiengänge im Bereich Wirtschaftswissenschaften sind beliebt! Doch wenn man sich für ein Fach entscheiden möchte, hat man die Qual der Wahl. Es gibt nämlich nicht nur die Klassiker Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre, sondern auch noch diverse andere Studiengänge, die ökonomisches Know-how mit weiteren Fachkenntnissen kombinieren. Das Redaktionsteam von "Hochschule ist Zukunft" hat ein paar Tipps zum Thema Wirtschaftswissenschaften für euch zusammen gestellt:

Betriebswirtschaftslehre (BWL)

Die Betriebswirtschaftslehre ist ein absoluter Klassiker. Im Mittelpunkt stehen die Planung, Organisation und Berechnung von unternehmerischen Entscheidungen. BWL ist funktions- und branchenübergreifend ausgerichtet. Absolventinnen und Absolventen eines BWL-Studiums haben aufgrund ihrer generalistischen Ausrichtung gute berufliche Möglichkeiten, in Unternehmen unterschiedlichster Art einzusteigen. Sie sind z.B. in Industrie-, Handels- und größeren Handwerksbetrieben oder im Dienstleistungsbereich beschäftigt.

Volkswirtschaftslehre (VWL)

Der zweite Klassiker ist die Volkswirtschaftslehre. Sie beschäftigt sich mit der systematischen Analyse und Beschreibung einzel- und gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge. Das Fach sucht nach Gesetzmäßigkeiten und leitet hieraus Handlungsempfehlungen ab. Volkswirte/-innen sind in planenden, analysierenden und beratenden Tätigkeiten zu finden – etwa in Behörden und Ministerien, bei internationalen Organisationen und Verbänden, nationalen und interantionalen Unternehmen und Konzernen, Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen.

Wirtschaftspädagogik

Die Wirtschaftspädagogik widmet sich der Wirtschaftserziehung. Neben ökonomischen Fragestellungen stehen didaktische Methoden zur Vermittlung von Inhalten im Mittelpunkt. Absolventinnen und Absolventen des Fachs Wirtschaftspädagogik arbeiten häufig im betrieblichen Bildungs- und Personalwesen, an Schulen, in der Erwachsenenbildung, in der Bildungsverwaltung und -beratung oder in der Personal- und Organisationsentwicklung.

Wirtschaftspsychologie

Die Wirtschaftspsychologie erforscht die Verhaltensmuster und Meinungen von wirtschaftlich handelnden Gruppen. Absolventinnen und Absolventen des Fachs Wirtschaftspychologie sind in Unternehmensberatungen, in der Markt- und Meinungsforschung, an Universitäten und Forschungseinrichtungen, in Werbe- und PR-Agenturen sowie bei Unternehmen und Organisationen unterschiedlichster Art tätig.

Wirtschaftsrecht

Das Wirtschaftsrecht verknüpft wirtschaftlich relevante Rechtsbereiche mit Inhalten aus der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Wirtschaftsjuristinnen und -juristen wirken an der rechtssicheren und praxisgerechten Lösung betriebswirtschaftlicher Sachverhalte mit. Sie arbeiten etwa in Personal- oder Rechtsabteilungen, im Vertragsmanagement oder in Compliance- Abteilungen von Unternehmen, bei Versicherungen und Banken, Unternehmensberatungen, Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.

Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik widmet sich dem Aufbau, der Arbeitsweise und der Gestaltung computerbasierter betrieblicher Informations- und Kommunikationssysteme. Wirtschaftsinformatiker/-innen entwickeln, gestalten und betreiben kommerzielle Anwendungssysteme. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit sind sie in nahezu allen Wirtschaftszweigen zu finden – von der EDV-Branche über das verarbeitende und produzierende Gewerbe bis hin zu Kreditinstituten und Versicherungen.

Wirtschaftsmathematik

Die Wirtschaftsmathematik ist eine eigenständige Fachrichtung innerhalb der Mathematik. Sie wendet mathematische Methoden auf wirtschaftliche Fragestellungen an. Wirtschaftsmathematiker/-innen sind in fast allen Wirtschaftsfeldern zu finden, ganz besonders im Versicherungs- und Finanzwesen.

Wirtschaftsingenieurwesen

Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens vermittelt wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Kenntnisse sowie Know-how in der gewählten ingenieurtechnischen Richtung (z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Chemie- und Verfahrenstechnik). Absolventinnen und Absolventen eines wirtschaftsingenieurwissenschaftlichen Studiums arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik und Ökonomie. Sie sind in nahezu allen technisch-wirtschaftlichen Funktionsbereichen tätig, vor allem in größeren Produktionsbetrieben aller Branchen.

Besonderer Praxisbezug

Wenn ihr besonders praxisorientiert studieren möchtet, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Einige Studiengänge etwa sind komplett englischsprachig ausgerichtet und beinhalten auch direkt ein Praxis- oder Auslandssemester. Ein Beispiel hierfür ist das Fach „International Business and Social Science“ an der Hochschule Rhein-Waal. Ein ganz besonders international ausgerichteter und in seiner Art einzigartiger Studiengang ist der deutsch-lateinamerikanische Studiengang Betriebswirtschaft (CALA) an der Fachhochschule Münster. Neben ökonomischen Kenntnissen vermittelt er den Studierenden besondere interkulturelle Kompetenzen. Einheiten in Spanisch und Portugiesisch, die Integration des Fachs „Regionalstudien Lateinamerikas“, das zwischenzeitliche Studieren an einer Hochschule in Lateinamerika und eine Praxisphase in einem lateinamerikanischen Unternehmen machen es möglich. Auch Duale Studiengänge gewähren euch direkte Einblicke ins Arbeitsleben. So verbindet beispielsweise der Studiengang „Betriebswirtschaft PLuS“ an der Fachhochschule Aachen eine kaufmännische Berufsausbildung mit einem betriebswirtschaftlichen Studium.

Frühe Berufseinblicke

Viele Wirtschaftsstudierende in Nordrhein-Westfalen engagieren sich schon während der Studienzeit beruflich, um praktische Erfahrungen zu sammeln, zum Beispiel in einer studentischen Unternehmensberatung. Die Mitarbeit bessert nicht nur das studentische Einkommen auf, sie kommt auch bei späteren Arbeitgebern gut an. Die Unternehmensberatungen haben ein breites Leistungsspektrum – von der Gründungsberatung über Prozessoptimierung, IT, Logistik, Marketing und Vertrieb bis hin zu Human Ressources decken sie alles ab, was andere Unternehmensberatungen am Markt anbieten. Organisiert sind sie im Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen e.V. (BDSU).

Autorin / Autor: Redaktionsteam von "Hochschule ist Zukunft" - Stand: Januar 2012