„Wir müssen Eure Fehler ausbaden“
Greenpeace-Nachhaltigkeitsbarometer: Die Mehrzahl der jungen Menschen fühlt sich von der Politik beim Umgang mit Umwelt- und Klimathemen im Stich gelassen
Schilder auf einer Fridays for Future Demonstration 2019
Die Mehrheit der Jugendlichen fühlt sich beim Klimaschutz nicht ausreichend unterstützt. Das zeigt das Greenpeace-Nachhaltigkeitsbarometer 2025, eine bundesweite Befragung von insgesamt 1506 jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, die für diese Altersgruppe repräsentativ ist. 70 Prozent der jugendlichen Befragten geben an, die Politik lasse sie beim Umweltschutz im Stich. Die Autor:innen der Studie sehen darin HInweise auf ein geringes Vertrauen junger Menschen in die Politik zur Bewältigung einer wesentlichen Herausforderung.
In der Befragung wurde Nachhaltigkeit unter den fünf wichtigsten Themen genannt, allerdings verliert Nachhaltigkeit im Vergleich zur Befragung 2021 etwas an Bedeutung. Vor allem ökologische Nachhaltigkeitsaspekte wie „Umweltschutz und Klimawandel" spielen nicht mehr so eine große Rolle wie zuvor. Dafür rücken die Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftslage/Armut in den Vordergund.
Ungerechtigkeit wird wahrgenommen
Als wichtigstes nachhaltigkeitsbezogenes Thema nennen die Befragten die Einhaltung der Menschenrechte, gefolgt von einer guten finanziellen Absicherung für alle. Mehr als 70 Prozent der jungen Menschen stimmen der Aussage zu, dass sie die Fehler älterer Generationen im Umgang mit Umwelt und Klima ausbaden müssen. Ebenfalls eine Mehrheit empfindet die unverhältnismäßigen Treibhausgasemissionen der reichsten Menschen in Deutschland als ungerecht.
Frustration und schlechte Vorbereitung auf die Zukunft
„Viele junge Menschen haben ein sehr klares Verständnis davon, dass ökologische Krisen und soziale Ungleichheit eng miteinander verbunden sind“, sagt Sonja Geiger, Professorin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Mitautorin der Studie. „Gleichzeitig wächst die Frustration darüber, dass dieses Bewusstsein politisch kaum aufgegriffen wird.“
Insgesamt geben zwar 60 bis 70 Prozent der Befragten an, in Schule, Ausbildung oder Studium mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Berührung gekommen zu sein. Gleichzeitig fühlen sich lediglich 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler und Auszubildenden sehr gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Bei Studierenden liegt dieser Anteil sogar nur bei neun Prozent.
Die Befragten kritisieren unter anderem, dass entsprechende Bildungsangebote auf einzelne Fächer und kurze Zeiträume begrenzt sind und bei der Benotung außen vor bleiben.
Quelle
Für das Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer hat das Aris-Umfrageinstitut die jungen Menschen im Juni 2025 befragt. Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von Greenpeace e.V., der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und der Leuphana Universität Lüneburg. Das Nachhaltigkeitsbarometer wurde 2025 zum vierten Mal seit 2011 von Greenpeace in Auftrag gegeben.
Quelle
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 6. Februar 2026