Wir können alles verlieren. Oder gewinnen

Autorin: Seita Parkkola

Buchcover Wir können alles verlieren. Oder gewinnen

Taifun will fliegen. Und fliegen kann er. Wenn er auf seinem Skateboard durch die Stadt fährt, ist das für ihn, als würde er tatsächlich fliegen. Doch als seine Eltern ihn auf die Schule der Möglichkeiten schicken, wird ihm sein Skateboard weggenommen. Er muss seine gesamte Vergangenheit hinter sich lassen. Auf der Schule der Möglichkeiten soll er seine letzte Chance bekommen. Taifun träumt von der großen weiten Welt und vermutlich ist das der Grund, warum er ab und zu von zu Hause wegrennt. Doch damit soll nun Schluss sein. Seine neue Schule arbeitet nach einem neuen psychologischen Prinzip und man verspricht sich viel davon. Taifun muss einen Vertrag unterschreiben. Ich, Taifun Stahl, entscheide mich für die Zukunft. Und er tut es. Was bleibt ihm anderes übrig? In der Schule sitzt er auf dem leeren Platz neben dem Fenster, von dem aus man die alte Fabrik sehen kann. Groß und dunkel ragt sie über der Stadt auf. Doch in der Schule ist nichts, wie es sein soll. Wenn man einen Fehler macht, wird einem persönlichen Galgenmännchen ein weiterer Strich hinzugefügt. Ist das Galgenmännchen fertig gemalt, bekommt der Betreffende eine Strafe. Und Taifuns erste Strafe ist eine der seltsamsten Strafen, die er je bekommen hat. Siri soll ab nun seine Freundin sein. Sie ist immer da, macht mit ihm Hausaufgaben, lernt mit ihm. Doch freiwillig tut sie das nicht. Als Taifun eines Tages einen Spaziergang unternimmt, kommt er an der alten Fabrik vorbei und trifft dort ein Mädchen mit Skateboard. India. Auch sie war auf der Schule der Möglichkeiten. Doch sie hat verloren. Sie hat sich gegen die Zukunft entschieden. Taifun wird angezogen von India. Und von ihrer „Bande“. Von May, den Zwillingen Re und Ra. India weiß, wie es Taifun geht. In der Schule spricht niemand von ihr, auch wenn jeder sie kennt. Ihre Galgenmännchen sind unzählig viele. Von der Schule bekommt Taifun auch einen „besten Freund“ Aron. Aron ist ein Musterschüler, wie er besser nicht sein könnte. Sobald er die Gelegenheit dazu bekommt, verpetzt er Taifun. Egal, was er gemacht hat. Taifun hat bald die Schnauze voll. Dass er auch noch mit der unerträglichen Schulpsychologin Ira Frost in einem Haus, in einer Wohnung leben muss, weil diese die Freundin seines Vaters ist, macht es nicht besser. Nicht nur in der Schule, auch zu Hause wird er überwacht. Als seine Eltern spurlos verschwinden und er nur einen kryptischen Anruf von seinem Vater bekommt, der ihm erzählt, er und Taifuns Mutter würden in einem fünf-Sterne-Hotel arbeiten und alles wäre gut, haut Taifun wieder ab. Er geht zu India und May und den Zwillingen. Gemeinsam wollen sie die Schule stürzen. Und was hat es mit den Masken der Schüler im Keller der Schule auf sich? Sie wissen: Wenn sie nichts tun, wird nie jemand etwas darüber erfahren, wie es wirklich ist, in der Schule der Möglichkeiten. Sie packen sich ihre Spraydosen und Worte und verteilen in der ganzen Stadt ihre Nachricht. Alle sollen es wissen. Doch wird wirklich alles funktionieren?

Cover:
Das graue, schlichte Cover lässt einen die Straße, das Leben Indias und später auch das Taifuns spüren. Leider ist das auch schon alles. Da es in dem Buch eine Menge Graffiti gibt, finde ich, das könnte man auch auf dem Cover schon zeigen. Vielleicht hat man es beim Titel versucht, doch wenn, dann ist man kläglich gescheitert.

Meine Meinung
Ich bin mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext hat mich sehr interessiert und schließlich wurde ich aber enttäuscht.
Das Buch ist sehr detailreich geschrieben, doch leider gibt es immer wieder Stellen, die nur kurz erwähnt werden, obwohl sie wichtig sind. Irgendwie wartet man die ganze Zeit auf etwas, was nicht passiert.

Dafür ist die Gestaltung sehr ansprechend. Die Seitenzahlen und Titel der Kapitel sind geschrieben, als wären sie mit Pinsel gezogen. Das gibt dem Buch etwas Interessantes.
Allerdings ist das Alter der Kinder sehr unrealistisch. Taifun wird als 12-jähriger Junge mit Rastalocken beschrieben. Doch Taifun benimmt sich weit erwachsener. Auch India, die wohl ähnlich alt sein soll, wirkt viel älter. Die Zwillinge Re und Ra sollen 8 sein, doch auch hier hatte ich so meine Probleme. Im Allgemeinen: Einfach 2/3 Jahre älter und es passt.
Im Großen und Ganzen ist das Buch sehr gut, bis auf diese kleinen Mängel.

Erschienen bei Beltz & Gelberg

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Autorin / Autor: Carli - Stand: 16. Februar 2012