Wenn man so will, waren es die Aliens

Autor: Andreas Thamm

Josh ist 17 Jahre alt und für seine Freunde beginnt das letzte Schuljahr vor dem Abitur. Er selbst hat sich jedoch dazu entschieden, seinen Vater im Hotel zu unterstützen, damit der Familienbetrieb erhalten werden kann. Doch von einem Tag auf den anderen ist sein Vater  verschwunden. Ganz alleine steht Josh trotzdem nicht da: Das Hotelpersonal hält ihm den Rücken frei, während Lasse und Fips, seine besten Freunde, ihm bei der mühseligen  Spurensuche helfen. Leider haben sie Kia dabei, die an Aliens glaubt und auch sonst ziemlich seltsam ist. Vielleicht ist sie aber doch eine größere Hilfe, als es zuerst scheint.

Meine Meinung:
Ich wurde von dem besonderen Coverbild angezogen, das von Christian Keller gestaltet  wurde. Die Ausgangssituation hat mich sofort interessiert. Es fiel mir aber etwas schwer, in das Buch hineinzufinden und ich habe mich an den  Schreibstil bis zum Ende nicht ganz gewöhnen können. Zum einen wirken die immer wieder auftauchenden Jugendwörter und Kraftausdrücke meistens etwas zu gewollt. Zum anderen ist die Atmosphäre eher träge und bedrückend. Das passt zwar zur Jahreszeit und zu der erdrückenden Last, die der Protagonist zu tragen hat. Gleichzeitig bringt es den Roman aber um die Leichtigkeit des spätsommerlichen Abenteuers, die er durch die alberne Bande hätte haben können.
Zum Glück gibt es ein paar skurrile Charaktere und Situationen, die dann doch hin und wieder für Lacher sorgen. Gefallen hat mir außerdem, wie nach und nach die Geschichte von Joshs Familie enthüllt und in die Ereignisse der Handlung eingewebt wird. Ganz besonders gut fand ich die Probleme seines Vaters beschrieben – eine gelungene Annäherung an das Thema Depression, ohne zu verharmlosen oder zu viele Klischees zu bedienen.

Gerne hätte ich noch mehr über den Protagonisten selbst erfahren und darüber, wie es ihm längerfristig mit seiner Entscheidung – gegen den gemeinsamen Schulabschluss mit seinen Freunden und für den Hotelbetrieb – geht. Mit dem Ende war ich dennoch zufrieden, da es rund und stimmig ist.

Fazit:
Das Buch erzählt auf authentische Weise eine ungewöhnliche Situation. Ganz konnte es mich nicht überzeugen, was aber hauptsächlich dem Sprachstil geschuldet ist. Ich werde es wohl nicht noch einmal lesen. Ich kann dennoch empfehlen, dem Buch eine Chance zu geben, einfach weil es sich von den meisten Jugendbüchern unterscheidet und mal etwas anderes ist.

Erschienen im Magellan Verlag

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Autorin / Autor: Ani - Stand: 29. Juni 2022