Wenn du mich brauchst

Autorin: Jana Frey

Hannah und Sky sind grundlegend verschieden. Das beginnt schon bei der Familie. Hannah wächst in guten, behüteten Verhältnissen auf, ihre Mutter ist eine wahre Vorzeige-Mama, ihre Brüder David und Jonathan stehen immer zu ihr und ihre Familie lebt streng jüdisch. Nur ihre Urgroßmutter Esther trübt das schöne Bild ein wenig. Sie war für eine Zeit lang im KZ in Auschwitz und hat ihre Erlebnisse von dort nie richtig verarbeitet.

In Skys Leben geht es drunter und drüber. Ihr Vater Leek wechselt seine Affären häufiger als seine Unterhosen, ihre Mutter Rosie kifft, um mit ihren Depressionen leben zu können und ihr melancholischer Bruder Moon sitzt stundenlang unter dem alten Olivenbaum im Garten und schreibt Gedichte. Als sich auch noch Skys Großeltern aus Deutschland ankündigen, ist das Chaos perfekt. Denn Dorothea und Herbert rauben Rosie den letzten Nerv, indem sie alles kritisieren und sich selbst für etwas Besseres halten.

Die beiden Mädchen kennen sich nicht, doch als Hannahs Bruder Jonathan eine Knochenmarks-Spende braucht, ändert sich alles. Denn ein heftiger Schicksalsschlag wühlt das Leben der Mädchen auf und auf einmal haben sie mehr gemeinsam, als sie sich je erträumt hätten.

Meine Meinung:
Meine Erwartungen an das Buch „Wenn du mich brauchst“ waren sehr hoch, da es Jana Frey geschrieben hat und mir ihre Bücher unheimlich gut gefallen. Schon nach den ersten 20 Seiten wusste ich, dass dieser Roman der komplizierteste ist, den Frey je geschrieben hat. Denn im Buch kommen so viele Personen vor, von denen jede sehr genau beschrieben wird, dass ich mir Notizen machen musste, um mich zurechtzufinden. Vor allem die ersten 90 Seiten waren sehr schwierig zu lesen, weil der Roman bis dahin noch nicht wirklich viel Handlung aufweist. Doch sobald man von diesem mysteriösen Schicksalsschlag erfährt, kommt Schwung in die Story und mir ist es nicht mehr gelungen, das Buch aus der Hand zu legen. Eine von Jana Freys Stärken ist in diesem Werk extrem zu spüren: Die Charakterisierungen der unterschiedlichsten Personen. Die Autorin beschreibt die Protagonisten so speziell und mit viel Liebe zum Detail, dass es einem vorkommt als würde man die Personen wirklich kennen. 
Was mir nicht so gefallen hat, war, dass die Handlung so ungleich verteilt wurde. Während das erste Drittel des Buches fast schon ein wenig langweilig ist, häufen sich die Ereignisse gegen Ende viel zu viel an und klingen nicht richtig aus. In diesem Punkt ist der Roman noch verbesserungswürdig.

Fazit
Ich bereue es auf keinen Fall „Wenn du mich brauchst“ gelesen zu haben, da ich die Thematik absolut spannend und neu finde. Auch Jana Freys Schreibstil hat mich nicht enttäuscht und war (wie in Freys anderen Büchern auch) flüssig zu lesen und hat großen Wiedererkennungswert. Ich finde es auch gut, dass man sehr viel über das Judentum und den Zweiten Weltkrieg erfährt. Alles in allem ist dieser Roman auf jeden Fall weiterzuempfehlen. 

Erschienen im: Arena Verlag

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Autorin / Autor: klexxx - Stand: 22. Juli 2011
 
 

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