Was perfekt war

Autorin: Colleen Hoover
Aus dem Amerikanischen von Katarina Ganslandt

Quinn und Graham sind das perfekte Paar. Vom ersten Moment an war da diese Energie zwischen ihnen, diese unglaubliche Anziehungskraft, die sie keine Sekunde daran zweifeln ließ, dass sie zusammen gehören. Obwohl sie sich unter eher widrigen Umständen kennen lernen, sind sie bereits nach kurzer Zeit unzertrennlich. Über die Jahre hinweg scheint ihr Glück keine Grenzen zu kennen: Sie ziehen zusammen, heiraten, sind beruflich erfolgreich. Schließlich entscheiden sie sich, Eltern zu werden. Doch Wochen und Monate gehen ins Land, ohne dass Quinn schwanger wird. Auch nach Jahren voller Hoffen und Bangen, voller medizinischer Unterstützung und alternativer Ansätze wartet das Paar vergeblich auf einen positiven Test. Die Beziehung der beiden ist nun geprägt von Enttäuschung, Verzweiflung und Quinns Sprachlosigkeit, was ihre eigene Gefühlswelt angeht.

Colleen Hoover beschreibt das Leben von Quinn und Graham auf zwei Zeitebenen: Während wir erfahren, wie die beiden sich kennen und lieben gelernt haben, erfahren wir parallel dazu, wie es um ihre Beziehung im Moment bestellt ist, und an welchen Herausforderungen sie zu scheitern droht. Dadurch liest sich „Was perfekt war“ nicht wie ein typischer Liebesroman, in dem sich die Geschichte manchmal schleichend, manchmal sprunghaft auf ein großes, emotionales Finale zu bewegt. Stattdessen lernt der Leser zwei sehr unterschiedliche Paare kennen, wobei das eine taumelnd vor Glück kaum einen Gedanken an seine Zukunft verschwendet, während das andere, voll Kummer und Resignation, sich nur schwer an glücklichere Zeiten erinnern kann. Die Kombination dieser beiden Geschichten erzeugt ein angenehmes Gleichgewicht, sodass der Leser nicht selbst im Kummer versinkt, aber trotzdem eine kaum zu verkraftende Dosis an Herzschmerz erfährt. Durch dieses Wechselbad der Gefühle bekommt Quinns Trauer und Schmerz in jedem neuen Kapitel eine unglaubliche Macht, da ihre Emotionen immer wieder aufs Neue betroffen machen.

Insgesamt ist „Was perfekt war“ damit ein etwas anderer Liebesroman. Perfekt für alle, die den klassischen Liebesgeschichten emotional entwachsen sind, oder nach Abwechslung innerhalb des Genres suchen. Für alle, die nicht wissen wollen, wie man glücklich wird, sondern wie man glücklich bleibt, wie man Hindernisse überwindet und an einer Beziehung arbeitet, statt sie aufzugeben. Der Roman ist nicht immer leichte Kost, hat mich aber stets berührt und für ein Thema sensibilisiert, das in unserer Gesellschaft oft noch zu wenig Aufmerksamkeit, zu wenig Verständnis erfährt.

Colleen Hoover beschreibt die Gefühlswelt von Quinn auf eine sehr offensive Art und Weise, die jedoch keinesfalls plump wirkt, sondern dem Leser keine Möglichkeit lässt, diesen Emotionen zu entkommen. „Was perfekt war“ liest sich wie das Buch einer Autorin, die nichts mehr zu beweisen hat, und es deshalb geschafft hat, genau solche Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die ihr selbst als Frau, als Tochter, als Ehefrau, als Mutter wichtig sind. Ich möchte die Lektüre dieses Buchs jedem ans Herz legen, der nichts dagegen hat, beim Lesen auch mal einen Kloß im Hals zu haben, und sich auch mit schwer verdaulichen Themen zu beschäftigen, dabei aber trotzdem auf Romantik und wunderschöne Momente nicht verzichten will. 



Erschienen bei dtv

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Autorin / Autor: lacrima - Stand: 29. November 2019
 
 
 

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