Süßgetränk mit Schwabbelbauch?

US-Studie: Diabetis, Übergewicht, Karies - Grafische Warnhinweise auf Süßgetränken zeigen Wirkung

Ekelbilder auf Tabakverpackungen sind nun schon seit geraumer Zeit im Umlauf. Bilder von offenen Beinen, lungenkranken Patienten und von Krebs zerfressen Lippen sollen Raucher_innen von ihrem Laster abhalten. Nun haben Wissenschaftler_innen der Harvard University getestet, ob fiese Bilder mit entsprechenden Warnhinweisen auch auf Flaschen mit Süßgetränken eine abschreckende Wirkung erzielen.

Bilder halten eher ab als Text
In einer Feldstudie in einer Krankenhaus-Cafeteria testeten sie, inwieweit schwabbelige Bäuche, Bilder von Insulininjektionen oder kariösen Zähnen den Konsum von zuckerhaltigen Getränken reduzieren können. Sie platzierten dazu jeweils zwei Wochen lang unterschiedliche Arten von Warnhinweisen an den Flaschen oder der Zapfanlage für Süßgetränke. Mal waren es nur textliche Warnhinweise, mal die Nährwertangaben zu den Getränken, mal ein unschönes Bild. Während der Studie wurden insgesamt 20.000 Getränke verkauft. In dem Zeitraum als die grafischen Warnhinweise die Flaschen verunzierten, ging der Verkauf der Süßgetränke um 14,8 % zurück, während der Wasserverkauf stieg. Der durchschnittliche Kaloriengehalt pro Getränk sank damit ebenfalls von 88 Kalorien auf 75. Die reinen Kalorienangaben und textlichen Hinweise auf den Getränken hatten hingegen keine Auswirkung.

In einer Umfrage konnten die Forscher_innen außerdem zeigen, dass die meisten Menschen Warnhinweise befürworten, wenn sie an ihre Wirksamkeit glauben. Da in den USA Süßgetränke die größte Quelle von zugesetztem Zucker darstellen, könnten die im Fachblatt Psychological Science veröffentlichten Ergebnisse helfen, den Konsum von solchen Gesundheitskillern in den USA zu reduzieren.

Ist das die Lösung?
Allerdings könnte der Warnhinweis-Wahn auch dazu führen, dass man im Supermarkt bald nur noch von Schreckensbildern umgeben ist. Auf alkoholischen Produkten, Fertiggerichten, Süßwaren, Fleisch...
Zudem sind viele Produkte nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch für die des Planeten ausgesprochen schädlich. Wie wäre es also zusätzlich mit verendenden Fischen auf Mikroplastikprodukten, gerodeten Wäldern auf Palmöl-Gebäck oder gruseligen Fotos aus der Massentierhaltung auf Bratwürstchen? Statt die Produzenten in die Pflicht zu nehmen, werden die Konsument_innen so lange mit Ekelbildern konfrontiert, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sie gar nicht mehr wahrnehmen und die Produkte trotzdem kaufen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Juni 2018
 
 

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