Von der Kunst, Hallo zu sagen

Studie zum ersten Eindruck von Stimmen

Bild: LizzyNet

Ihr ruft einen möglichen Arbeitgeber an und quält euch mühsam durch sorgsam zurechtgelegte Sätze, dabei ist das Urteil wahrscheinlich bereits beim ersten "Hallo" gefallen. Denn ob wir eine Person für vertrauenswürdig halten oder nicht, entscheiden wir ruckzuck an der Stimme - zur Not auch anhand eines einzigen gesprochenen Wortes. Das zumindest meinen WissenschaftlerInnen von der University of Glasgow, die erstmals gezeigt haben, dass es keine langen Gespräche braucht, um ein Urteil über eine Person zu fällen. Der berühmt-berüchtigte visuelle erste Eindruck ist ja bereits hinlänglich bekannt. Wir fällen unser Urteil über eine Person nicht erst nach minutenlanger Inspektion, sondern auf den ersten Blick. Und beim Hören der Stimme scheint das ganz ähnlich zu sein. Bereits zwei Silben - etwa in dem Wort "Hello" genügen, um uns mit den wichtigsten Informationen zu versorgen: Kann ich dieser Person trauen? Ist sie dominant?

Um ihre These zu überpürfen hatten Phil McAleer und seine Kollegen 32 männliche und 32 weibliche Testpersonen das Wort "Hello" in neutralem Tonfall sprechen lassen und die verschiedenen Aufnahmen 320 verschiedenen StudentInnn vorgespielt. Diese sollten die SprecherInnen dann allein augfgrund der Hörprobe im Hinblick auf zehn Persönlichkeitszüge - etwa Dominanz, Vertrauenswürdigkeit oder Attraktivität - einschätzen.

Obwohl die Sprachschnipsel extrem kurz waren, zögerten die StudentInnen nicht, als sie sich ein Urteil bilden sollten, gerade als wäre es das Normalste der Welt, einen Menschen aufgrund von zwei Silben zu bewerten. Und tatsächlich ähnelten sich die Urteile in vielen Bewertungen, schnell kristallisierten sich "vertrauenswürdige Hallos" und "nicht vertrauenswürdige Hallos" heraus. Auch wenn das natürlich keineswegs heißt, dass dieses erste Urteil auch richtig ist, ist es dennoch offenbar universell. Es ist den ForscherInnen zufolge in erster Linie die Tonhöhe, die auf die meisten HörerInnen einen ganz ähnlichen Eindruck macht: Männer, die ihre Tonlage auch mal hochschraubten und Frauen, die in der Tonhöhe variieren, werden als vertrauenswürdiger eingestuft als Stimmen, die monoton und gleichbleibend in einer Tonlage blieben. Tiefe männliche Stimmen werden dabei eher als dominant eingestuft, während bei Frauen hohe Stimmen dominanter erscheinen.

Das schnell gefällte Urteil macht aus evolutionärer Sicht Sinn, meint Forscher McAleer. Es wäre ja sehr unpraktisch, wenn man erst fünf Minuten mit einem Bösewicht herumlabern müsste, bevor man wüsste, dass man besser Reißaus nimmt (oder genommen hätte).

Für euch bedeuten die Ergebnisse allenfalls, dass ihr bei wichtigen Telefongesprächen möglichst viel Gewicht auf ein symphatisches Hallo legen solltet. Ist der erste Eindruck erst zementiert, könnt ihr im weiteren Verlauf ruhig herumstammeln ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion / - Stand: 14. März 2014