Funzel baut Licht

"Licht brauchen wir alle!" Thomas Melssen baut Lampen aus ausrangierten Gegenständen.

Ein antiquierter Staubsauger, ein altes Paar Ski, ein kaputter Röhrenfernseher - aus allem kann eine Lampe werden, zumindest wenn es in die Hände von "Funzel baut Licht" fällt. Der Inhaber Tom Melssen ist gelernter Elektrotechniker und kommt aus einer Familie, in der Reparieren groß geschrieben wurde und nichts ungeprüft in die Tonne wanderte. Schließlich gibt es für die meisten Dinge mit ein wenig handwerklichem Geschick eine neue Einsatzmöglichkeit. Auf diesem Prinzip fußt die Geschäftsidee von "Funzel baut Licht". Kaputtes, Ausrangiertes, Altes aus wertigem Material bekommt durch Reparatur, Kreativität und einem Gespür für Design ein zweites, leuchtendes Leben.

Was war dein erstes Upcycling-Projekt?

Mein erstes Objekt war ein Stück Holz vom Atlantik und eine alten Eisenstange aus der Garage meines Vaters. Ich habe es dann einem Freund zum Geburtstag geschenkt. Meine erste Leuchte war ein alter Heizstrahler, den ich auf dem Trödelmarkt gekauft habe. Die Leuchte steht bei mir im Büro auf dem Schreibtisch.

Und wie wurde daraus eine Unternehmensidee?

Für meine Leidenschaft auf Trödelmärkten zu stöbern, in alte Container zu klettern oder Sperrmüllhaufen zu durchwühlen, musste schnell eine Idee her, um nicht zum Messi zu verkommen. Als gelernter Elektrotechniker lag die Idee auf der Hand. Aus all den alten Gegenständen, für welche sich viele Menschen begeistern können, für die es kein Müll, sondern ein Stück Erinnerung darstellt, verwandelte ich diese in Lichtobjekte. Licht brauchen wir alle.

Warum verwendest du gebrauchte statt neuer Materialien bzw. welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinem Betrieb?

Meine Lichtobjekte sind eine Mischung aus alten und neuen Materialien. Für sicherheitsrelevante Bauteile verwende ich ausschließlich Neuteile. Das Objekt an sich aber besteht in der Regel aus ein oder mehreren alten Gegenständen. Das Rezept ist einfach. Bekanntlich war früher alles besser, die gute alte Zeit, Qualität für die Ewigkeit, all die Gegenstände, die wir aus unserer Kindheit kennen, vermischt mit der Erkenntnis, dass wir als Wegwerfgesellschaft immer größere Müllberge produzieren. Nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Komisch, dass es erst hip sein muss, bevor man seine Umwelt schont.

Was ist in deinen Augen das ungewöhnlichste Objekt unter deinen Kreationen und aus was hast du es gemacht?
Mein Motto war schon immer: wo ein Leuchtmittel reinpasst, baue ich auch eins rein. Sehr ungewöhnlich oder auch schwierig sind negativ belastete Gegenstände. Eine Esstischlampe aus einer alten Fliegerbombe zum Beispiel, ein Fleischwolf oder ein paar alte, ausgemusterte Holzkrücken, die jetzt als Stehlampen in einem Sanitätshaus weiterleben.

Wie kommst du an dein Material? Können Kunden dir auch was mitbringen, und dann machst du was daraus?
Es kommt immer wieder vor, das mir Leute Gegenstände vorbeibringen, um sich eine Leuchte bauen zu lassen. Zum einen hängen Erinnerungen daran, das alte Werkzeug vom Opa z.B. oder einfach nur Fundstücke, die schon jahrelang im Keller schmachten und es nie jemand übers Herz gebracht hat sie wegzuwerfen. Dazu kommen auch noch Reparaturen und Umbauten von alten Leuchten. Der Wegwerf-Trend läßt nach.

Über das Upcycling-Projekt auf LizzyNet

Autorin / Autor: Redaktion / Funzell baut Licht, BBilder: Funzel baut Licht, LizzyNet - Stand: November 2017