Und dann war es Liebe

Autorin: Lorraine Brown
Übersetzt von Antonia Zauner, Sonja Rebernik-Heidegger

Hannah ist ein ängstlicher Mensch. Sie fürchtet sich vor Veränderungen, geht ungern Risiken ein und ist heilfroh, dass ihr Freund Simon sich um alles Wichtige und Organisatorische in ihrer Beziehung kümmert. Als Hannah nach einem romantischen Pärchenurlaub im falschen Zugabteil und schließlich ohne ihren Freund in Paris landet, gerät sie in Panik. Nicht nur, dass sie plötzlich alles ganz allein hinbekommen muss - sie muss es auch schaffen, rechtzeitig in Amsterdam bei der Hochzeit von Simons Schwester aufzutauchen.
Nachdem Hannah zunächst ein Unglück nach dem nächsten widerfährt, stolpert sie schließlich auch noch über Léo - wortwörtlich.
Ihm ist das gleiche passiert wie ihr und auch er muss dringend nach Amsterdam. Zunächst  würde Hannah am liebsten einfach ihre Ruhe vor ihm haben und am Bahnhof auf den nächsten Zug warten. Da dies jedoch noch Stunden dauert und sich außerdem herausstellt, dass Léo aus Paris kommt, lässt sie sich doch breitschlagen, die Stadt mit ihm zu erkunden. Und das, obwohl Hannah Paris doch gar nicht leiden kann und Léo ihr eigentlich sehr unsympathisch ist...

"Und dann war es Liebe" hat mich wirklich positiv überrascht!

Ich hatte ein bisschen mit einem sehr kitschigen, klischeebeladenen Liebesroman gerechnet, und tatsächlich ist die Idee ja schon ein Klischee für sich. Trotzdem hatte ich beim Lesen die ganze Zeit ein Gefühl, das man vielleicht als "wohlig-süß" beschreiben könnte.

Das Buch war nicht nur sehr angenehm zu lesen, man hatte auch die ganze Zeit ein positives Gefühl dabei, auch dann, wenn es hier und da vielleicht mal ein bisschen ernster wurde.
Für mich fühlte es sich einfach nach einer Geschichte an, die vielleicht etwas ungewöhnlich ist, die aber trotzdem genauso jedem Menschen hätte passieren können. Es war kein großes "Rumgeschnulze", sondern einfach das Kennenlernen zweier Menschen in einer schönen Stadt, bei dem die Romantik aber auch nicht zu kurz gekommen ist.
 
Außerdem habe ich wirklich Lust bekommen, selbst mal nach Paris zu fahren und all die Orte zu besuchen, die Léo und Hannah sich angeschaut haben. Als einziges Manko würde ich Hannahs Verhalten ihrem Freund gegenüber zum Ende des Buches anbringen. Für mich kam das alles ein bisschen sehr abrupt, auch wenn man es schon zu großen Teilen nachvollziehen konnte. Es wirkte dennoch ein bisschen wie eine Ausrede, um endlich dem ersehnten Ende näher zu kommen.

An sich hat mir Hannahs Charakterentwicklung aber sehr gut gefallen und ich fand sie von Anfang an einfach sehr natürlich und konnte mich gut mit ihr identifizieren. Meiner Meinung nach eignet sich dieses Buch hervorragend, um es an lauen Sommerabenden auf dem Balkon, im Garten oder in einem Park zu lesen, weil es dieses luftig-leichte Gefühl transportiert und einem vielleicht auch zeigt, was für Möglichkeiten einem selbst im Leben noch offen stehen könnten.

Alles in Allem also ein echtes Wohlfühlbuch, das ich gern weiterempfehle.

Eine Rezension von Sarah Hollstein

Erschienen bei Lübbe Belletristik

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Autorin / Autor: Sarah H. - Stand: 16. Juni 2021