Ein Tag für die Periode
Am 28. Mai ist der internationale Tag der Frauengesundheit und der Weltmenstruationstag
Seit 1987 wird weltweit am 28. Mai der Internationale Tag der Frauengesundheit begangen. Unter dem Motto „Our health, our rights, our lives“ macht der Internationale Aktionstag auf Gesundheit und Rechte von Frauen weltweit aufmerksam und rückt die psychische und physische Gesundheit von Frauen, aber auch Gewalt gegen Frauen, in den Fokus.
Seit 2014 findet am 28. Mai auch der Weltmenstruationstag statt. Ziel ist, die öffentliche Wahrnehmung von Menstruation zu steigern und die sehr unterschiedlichen Bedingungen aufzuzeigen, unter denen Mädchen und Frauen auf der Welt diese Zeit regelmäßig durchstehen. Der Weltmenstruationstag setzt sich dafür ein, den Zugang zu Periodenprodukten zu erleichtern, damit alle Menschen sicher und erschwinglich Menstruationsprodukte erhalten können. Auch geht es darum, die Menstruation zu enttabuisieren, um Stigmatisierung abzubauen und die Menstruationsgesundheit als Menschenrecht zu einzufordern. Das Datum ist bewusst gewählt: die 28 symbolisiert die durchschnittliche Länge eines Menstruationszyklus, der Mai als fünfter Monat steht für die typischen fünf Tage der Periode.
Krankmelden bei Menstruationsbeschwerden?
Regelschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung sind für viele Frauen ständige Begleiter und können sehr belastend sein. Gerade während der Menstruation sind Bauchkrämpfe und andere Beschwerden manchmal so stark, dass es nicht möglich ist, zur Arbeit zu gehen oder andere Aktivitäten zu verrichten. In mehreren asiatischen Ländern gibt es schon lange einen sogenannten Menstruationsurlaub, das sind Zusatzkrankentage für Frauen, die unter starken Regelschmerzen leiden. In Europa hat nur Spanien seit 2022 einen maximal dreitägigen Menstruationsurlaub eingeführt. Auch in Deutschland wird darüber diskutiert, aber viele sehen neben den Vorteilen auch die Gefahr eines Rückschritts in der Emanzipation. Das Argument: Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden könnten sich schließlich eine herkömmliche Krankschreibung holen. Trotzdem gewähren einige - auch international tätige - Firmen von sich aus Menstruationsurlaub. Frau darf gespannt sein, ob sich diese Praxis irgendwann auf andere Unternehmen ausdehnt, die besonders daran interesssiert sind, attraktive Arbeitgeber:innen zu sein.
Warnung vor Menstruations-Apps
Seit einiger Zeit boomen Apps, die Menstruationszyklen aufzeichnen. Darunter zyklusbasierte Wellness-Apps wie "28" oder "Flo Health". Laut einer Onlineumfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband von 2023 nutzen in Deutschland rund vier von zehn der Befragten zwischen 18 und 55 Jahren Zyklus-Apps. Sonja Peteranderl, die Autorin des Artikels "Perioden-Tracking als Politikum" in der Politik-Zeitschrift "Blätter", warnt jedoch vor der Nutzung, denn "in einer Zeit, in der Frauenkörper zunehmend durch rechtsextreme Kräfte vereinnahmt werden, ist ihre Nutzung riskant". Wer solche Apps verwendet, gebe intime Daten an die Plattformen weiter – zum Beginn und zum Ende der Periode, teils sogar wie oft jemand Sex habe, wann eine Schwangerschaft beginne oder ende. In vielen Ländern, in denen zum Beispiel Abtreibung unter Strafe steht, berge die Preisgabe solcher Daten ein nicht unerhebliches Risiko. "Daten könnten von App-Anbietern an Techkonzerne wie Google, Meta oder andere Datenhändler weitergegeben, verkauft oder sogar von Strafverfolgungsbehörden ausgewertet werden – etwa um Nutzer:innen zu unterstellen, dass sie eine Abtreibung vorgenommen hätten oder eine solche erwägen", so Peteranderl. Und auch die Historikerin Daniela Rüther von der Ruhr-Universität Bochum warnt in dem Artikel: »Das geringste Übel wäre eine Nutzung der Daten für Werbezwecke. Aber es bestehen noch ganz andere Gefahren, wenn Daten über die Reproduktionsfähigkeit von politischen Kräften genutzt werden können, die eine bevölkerungspolitische Agenda verfolgen.«
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Quellen
Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 28. Mai 2026