Schnuppernd lernen im Schlaf

Forscher_innen untersuchten, wie Duftstoffe das Lernen im Schlaf verbessern können

Wer träumt nicht davon, einfach schlafen zu gehen, am nächsten Morgen aufzustehen und den Prüfungsstoff für die Klassenarbeit mühelos parat zu haben? Ein Trick, der diesen Traum wahrmachen könnte ist, das Schlafzimmer zu beduften. Dass Gerüche den Lernerfolg erhöhen, wenn sie während des Lernens und später erneut während des Schlafs präsentiert werden, wurde bereits vor einigen Jahren in aufwändigen Studien im Schlaflabor nachgewiesen. Nun haben Forscher_innen des Universitätsklinikums Freiburg, des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) und der Fakultät für Biologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gezeigt, dass dieser Effekt sehr einfach erzielt werden kann. Für die Studie lernten Schüler_innen zweier Schulklassen Englisch-Vokabeln – mit und ohne Duftstäbchen während der Lernphase und in der Nacht. Dabei zeigte sich, dass sich diejenigen, die mit Duft gelernt hatten deutlich besser an die Vokabeln erinnern konnten.

Rosenduft beim Lernen und Schlafen
Für die Studie ließ die Lehramtsstudentin Franziska Neumann 54 Schüler_innen aus zwei 6. Klassen einer Schule am Bodensee mehrere Experimente. Die jungen Proband_innen sollten während des Lernens von Englischvokabeln zu Hause auf dem Schreibtisch Duftstäbchen mit Rosenduft verteilen und nachts auf den Nachttisch neben das Bett legen. In einem weiteren Experiment legten sie die Duftstäbchen zusätzlich während eines Vokabeltests in der Schule neben sich auf den Tisch. Am nächsten Tag folgte ein Englischtest. Verglichen wurden die Ergebnisse mit Testergebnissen, bei denen während einer oder mehrerer Phasen keine Duftstäbchen verwendet wurden.
„Die Schülerinnen und Schüler zeigten einen deutlich größeren Lernerfolg, wenn die Duftstäbchen sowohl während der Lern- als auch der Schlafphase zum Einsatz kamen“, sagt Neumann. Außerdem deuten die Ergebnisse an, dass der zusätzliche Einsatz der Duftstäbchen beim Vokabeltest das Erinnern fördert.

Wenn der Geruchssinn beim Lernen hilft
„Besonders beeindruckend war, dass der Duft auch wirkt, wenn er die ganze Nacht vorhanden ist“, sagt Kornmeier. „Das macht die Erkenntnisse alltagstauglich.“ Bisherige Studien waren stets davon ausgegangen, dass der Duft nur während einer besonders sensiblen Schlafphase vorhanden sein darf. Da diese Schlafphase aber nur durch eine aufwändige Messung der Hirnaktivität mittels Elektroenzephalogramm (EEG) im Schlaflabor ermittelt werden kann, war die Erkenntnis bisher nicht alltagstauglich. „Unsere Studie zeigt, dass wir uns das Lernen im Schlaf erleichtern können. Und wer hätte gedacht, dass unsere Nase dabei wesentlich helfen kann“, sagt Kornmeier.

Die Studie erschien am 27. Januar 2020 im Open-Access-Journal Scientific Reports der Nature-Gruppe.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 30. Januar 2020