Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen

Autor: Matthew Quick
Übersetzer: Knut Krüger

Nannette ist ein junges, intelligentes, sportliches Mädchen. Ein Mädchen, das beste Chancen auf ein College-Stipendium hat, da sie so erfolgreich ist. Trotzdem ist sie irgendwie Außenseiterin. Als ihr Lehrer ihr ein Buch schenkt, fängt es sie ein und fasziniert sie vollkommen. Dann lernt sie den Autor des Buches kennen, der sie mit einem anderen seiner Fans zu verkuppeln versucht. Allerdings ist dieser von tiefer Aggression und Wut geprägt und drückt dies in wirren Gedichten aus. Sie verliebt sich in ihn und wird selbst immer rebellischer. Sie wehrt sich gegen ihr scheinbar perfektes Leben und bricht aus den Konventionen aus - bis es zum entscheidenden Twist kommt und die Aggressionen ihres Freundes vom Papier in die Realität wechseln.

Anfangs scheint Schildkrötenwege sehr stereotypisch. Ein junges Mädchen wie jedes andere, das aus dieser Homogenität ausbrechen will. Der Auslöser: Ein Buch. Dazu noch der passende rebellische Held als der Gegenstand erster Liebe. Doch je mehr man liest, desto intensiver und tiefgründiger wird das Buch, desto weniger Antworten gibt es und desto mehr Fragen legt es offen. Außerdem sind es die Themen Umgang mit Gewalt, Rechtfertigungen dafür, das Thema Mobbing und gesellschaftlicher Druck, von denen der Autor berichtet, doch ohne das Gefühl, er würde werten. Schildkrötenwege ist kein typischer Coming-of-Age-Roman, doch auch keine leichte Lektüre. Denn das Buch lässt einen oft alleine und ohne Botschaft zurück. Was soll mir die Handlung sagen? Sie kommt nicht von der Stelle, die Protagonistin kann sich nicht entscheiden und alles schleicht auf ein wirres Ende hin. Dieses sehr düster wirkende Buch war darum nicht mein Fall.

Erschienen bei dtv

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    Autorin / Autor: Lea - Stand: 29. Oktober 2018