Scherben Paradies

Autorin: Inge Löhnig

Sie hat nie an die Liebe auf den ersten Blick geglaubt und doch verliebt sie sich augenblicklich in ihren neuen Klassenlehrer Nils. In seine lockigen Haare, die immer unter der Wollmütze hervorquellen, in das Braun seiner Augen und in das Grübchen am Kinn. Sie ist überzeugt davon, bald bis ans Ende ihres Lebens mit ihm zusammen zu sein. Doch ihr Auserwählter richtet seine Aufmerksamkeit nicht auf sie, sondern auf eine andere Mitschülerin! Neben ihrer Liebe entflammt auch der Hass auf ihre Konkurrentin, die mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat und auf die jetzt noch ein größeres zukommt.
Sandras größter Wunsch ist es, ihr Abitur zu machen, um später ein gutes Leben zu führen und nicht wie ihre alkoholkranke Mutter zu enden. Als die mit ihrem Freund das Weite sucht und nur gelegentlich, wie ein Phantom,  auftaucht, um ein bisschen Geld für Sandra und ihre kleine Schwester Vanessa da zu lassen, weiß sie nicht, wie sie alles unter einen Hut bringen soll. Denn das Geld reicht hinten und vorne nicht, nicht einmal für das Nötigste. Die Wohnung verdreckt, sie selbst hungert, damit wenigstens ihre Schwester ein Pausenbrot für die Schule hat und wühlt aus Verzweiflung sogar in den Containern von Supermärkten, um etwas Essbares aufzutreiben. Als hätte sie ihr persönliches Tief noch nicht erreicht, wird sie plötzlich in der Schule zum Mobbingopfer und steht kurz vor dem Selbstmord, als sie ausgerechnet von ihrem Klassenlehrer Nils Joswig gerettet wird. Dieser macht sich große Sorgen um sie - mehr, als er es als Lehrer eigentlich sollte.

Meine Meinung:
„Scherbenparadies“ ist nicht der erste Arena Thriller, der in meinem Bücherregal einen Platz ergattert und wird auch nicht der letzte gewesen sein. Inge Löhnigs „Scherbenparadies“, was nicht ihr erstes Werk in der Arena-Reihe ist, gehört eindeutig zu den realistischsten Arena Thrillern und behandelt aktuelle Themen wie Mobbing in der Schule oder auch das so genannte "containern". Hierbei werden Lebensmittel aus Containern von Supermärkten oder Fabriken gesammelt, die nur weggeworfen wurden, weil das Verfallsdatum abgelaufen ist oder zu viel produziert wurde.
Die Autorin beschreibt sehr gut Sandras Kampf, den sie jeden Tag ausstehen muss und sich immerzu fragt, wie sie das alles allein schaffen soll. Für sie ist der einzige Lichtblick ihre kleine Schwester, weswegen sie den täglichen Kampf immer wieder aufnimmt. Dabei verliert sie oft die Hoffnung, findet jedoch oft eine Lösung und dabei auch ihren Mut wieder.
Im Buch begleitet man jedoch nicht nur Sandra, sondern auch die zunächst namenlose Gegenspielerin. So weiß der Leser schon vor Sandra, dass Gefahr droht und man möchte sie am liebsten warnen. Mit jedem Kapitel, in dem man der Gegenspielerin über die Schulter schaut, bemerkt man, dass ihre Pläne immer teuflischere Züge annehmen und sie auch nicht davor zurückschreckt, ihren Exfreund dafür zu missbrauchen.

Inge Löhnig hat einen Thriller erschaffen, bei dem bis zuletzt ungewiss ist, wer Sandra das Leben zur Hölle macht. Umso erstaunlicher ist, wer am Ende die Täterin ist. „Scherbenparadies“ empfehle ich allen Thrillerneulingen und denjenigen, die bei einem Thriller auf Blut verzichten können. Denn das systematische Mobben von Sandra ist für mich ebenso grausam wie ein Mord.

Erschienen im Arena Verlag

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Autorin / Autor: livvy - Stand: 01. August 2011
 
 

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