Scarlett - Die Liebe hat Augen wie Eis, der Tod hat Augen wie Feuer

Autorin: Barbara Baraldi

In dem Fantasy-Roman  „Scarlett“ von Barbara Baraldi geht es um ein junges Mädchen, das nach dem Umzug ihrer Familie eine neue Schule besucht und sich dort in den beliebten Gitarristen einer Band verliebt, der allerdings ein großes Geheimnis bewahrt.

Das Buch beginnt mit Scarletts erstem Schultag und ihren damit verbundenen Ängsten. Auf den ersten Blick ist sie ein schüchternes - aber starkes - Mädchen, das bereit ist, ihren eigenen Weg zu gehen. Zu ihrer eigenen Überraschung findet sie in ihrer Klasse rasch Anschluss. Ein Junge verliebt sich in sie und trotz der Streitereien ihrer Eltern sowie einer angesagten Mädchenclique, die Scarlett nicht leiden kann, scheint erst einmal alles besser zu werden als Scarlett sich erhofft hatte.
Zwar hat sie in ihrer Heimat gute Freunde und eine kleine Romanze zurückgelassen, doch auch das ist schnell vergessen, nachdem sie sich auf dem Konzert einer Schulband in den Gitarristen mit den intensiven Augen verliebt.

Wie es der Zufall so will entstehen einige Situationen, in denen die beiden sich näher kommen und nach und nach stellt Scarlett fest, dass mit ihm, seinem Cousin und dessen Freundin irgendetwas nicht stimmen kann. Als dann schließlich der Bibliothekar der Schule auf mysteriöse Weise ums Leben kommt und Scarlett selbst angegriffen wird, stellt sie fest, dass mit Mikael wirklich etwas nicht stimmt, denn wieso ist er auf einmal da, um sie vor dem bösen Monster zu retten, dass sie bedroht?
Das einzig wirklich Positive, das mir spontan zu diesem Buch einfällt ist, dass es genau zur richtigen Zeit erschienen ist, denn es wird zu keinem anderen Zeitpunkt größeres Potential haben, derart zu polarisieren, wie es dies meiner Meinung nach in Kürze tun wird: Der vierte Teil der Twilight-Saga ist im Kino erschienen, der Hype flammt erneut auf. Was liegt da näher, als ein weiteres Buch zu veröffentlichen, mit einem unscheinbaren, wenig selbstbewussten und doch so wunderbaren Mädchen als Protagonistin, in das sich alle auf einmal verlieben, als es an die neue Schule kommt. Dann noch einen mysteriösen, wahnsinnig gutaussehenden Jungen und seine Familie, die ein Geheimnis zu umgeben scheint, und den sich bisher kein anderes Mädchen krallen konnte. Das Konzept hat schließlich schon einmal sehr gut funktioniert.

Meine Meinung:
Es klingt nicht nur verdammt ähnlich, sondern es ist der Twilight-Saga mehr als nur nachempfunden. Die Hauptpersonen, eng an die Charaktere von Stephenie Meyer angelegt; einige Nebenpersonen könnten nahtlos übernommen werden; Situationen, die identischer nicht sein könnten, genauso wie Aussagen, die als Biss-Zitate die Welt umrundet haben, wirken in diesem Buch lächerlich. Es handelt sich um ein mittelmäßiges Buch mit einem ansprechenden Schreibstil und einigermaßen sympathischen Personen, die aber neben der anderen Buchreihe einfach nur zurückfallen.
Erwähnt werden sollte selbstverständlich, dass es sich bei Mikael und seinem Cousin nicht um Vampire handelt, die friedlich mit den Menschen in Einklang leben wollen, vermutlich hätten sie es dann nicht drucken lassen können.

Wenn man allerdings in der Lage ist, dieses Buch als ein Einzelstück und nicht in Zusammenhang mit Twilight zu betrachten, so ist es durchaus nicht schlecht geschrieben. Es hat einen gewissen Spannungsgrad und auch romantische Momente fehlen nicht. Die Geschichte entwickelt gegen Ende eine gewisse Komplexität, die das Niveau noch etwas anhebt.
Nur die Charaktere schwächeln etwas, was vor allem bei den Nebenpersonen deutlich wird. Für 16 Jährige verhalten sich die Freundinnen von Scarlett teilweise noch recht seltsam und unlogisch, sind genauso schnell beleidigt und wieder versöhnt. Die Mädchenclique hat keinen anderen Effekt als ab und zu mal aufzutauchen, einen fiesen Spruch abzulassen, die Geschehnisse zu unterbrechen und Scarlett aus unerfindlichen Gründen zu verunsichern. Dabei tun sie dies nicht einmal überzeugend. Auch die extrem besessene Schwärmerei des einen Schulkameraden für Scarlett, wirkt nach einer Weile nicht mehr überzeugend.

Fazit:
Alles in allem ist es also ein Buch für Mädchen, die Twilight so sehr lieben, dass sie auch jeden Ableger dieser Buchreihe lesen, oder für diejenigen, die noch nie etwas von Bella und Edward gehört haben.
Für alle anderen lässt sich nur sagen, dass es sich bei dem Buch um eine mittelmäßige Kopie handelt, die leider nicht mal annähernd an die Biss-Reihe heranreicht.

Erschienen im Baumhaus Verlag

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Autorin / Autor: LadyJanna - Stand: 9. Dezember 2011
 
 
 

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