Room 27 - Zur falschen Zeit am falschen Ort

Autorin: Mirjam Mous

Buchcover Room 27

Eigentlich wollte Fin gemeinsam mit seinem Bruder die Pyrenäen durchwandern. Doch der bekommt spontan eine Einladung zu einem Schauspielcamp, die Wanderung fällt ins Wasser. Fin hat aber erst Recht keine Lust, jetzt nach Hause zu fahren, denn dort erwartet ihn seine Mutter mit ihrem neuen Freund. Da klingt es doch viel verlockender, Spanien auf eigene Faust zu erkunden. An einem Bahnhof trifft er auf Val, das hübscheste Mädchen, das ihm je begegnet ist. Gemeinsam mit ihrem Bruder trampt sie durch Spanien. Fin schließt sich den beiden an und erlebt die besten Ferien seines Lebens. Doch dann läuft irgendwie alles schief. Eigentlich wollte Fin nur eine Geldbörse seiner Besitzerin zurückgeben, da steht er plötzlich in einem Hotelzimmer mit der Leiche einer Frau. Minuten später ist er verhaftet und wird des Mordes beschuldigt. Doch das Schlimmste ist, das Val sich nicht bei ihm meldet, um ihm zu helfen.

Der erste Blick auf das Cover lässt schnell eine Verbindung zu Mirjam Mous Debut „Boy 7“ herstellen. Sowohl der Titel (Kombination aus einem Wort und einer Zahl) als auch das Bild (das Gesicht eines Jungen) ähneln sich sehr. Leider hatte ich das Buch „Boy 7“ in weniger guter Erinnerung. Trotzdem habe ich versucht, ohne Vorurteile an den Thriller heranzugehen.

„Room 27“ ist aber leider alles andere als spannend. Bereits nach dem dritten Kapitel weiß der Leser, wie der Hase läuft. Man weiß, wer der Täter ist. Das einzig Interessante ist nur noch herauszufinden, mit welchen Tricks der Täter Fin die Schuld in die Schuhe zu schieben versucht. Das Buch spielt in der Polizeistation, es gibt also genau zwei Schauplätze: Der Verhörraum und die Zelle von Fin. Zwischendruch gibt es immer wieder flashbacks, in denen Fin sich daran erinnert, wie die gemeinsame Woche mit Val und ihrem Bruder verlaufen ist. Meist sind das Szenen, aus denen der Kommissar später einen Strick dreht. So sollte Fin Konzertkarten an Kunden verteilen, die natürlich gefälscht waren. Das wusste Fin jedoch so lange nicht, bis der Polizist ihn darauf hinweist.

Mit Fin konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren. Ich habe selten ein Buch mit einer so naiven  Hauptperson gelesen. Fin macht alles, was Val und ihr Bruder von ihm verlangen. Er gibt ein kleines Paket ab und erhält dafür 700 Euro. Ist das nicht ein Grund stutzig zu werden? Diese Naivität zieht sich durch das ganze Buch. Fin tut alles, um Val nahe zu sein und vergisst dabei leider nachzudenken.
Das Ende des Buches ist in Ordnung und endet mit einen Showdown.

So richtig gut ist das Buch nicht. Man kann es lesen, es ist ganz ok. Thrillerfans kommen jedoch nicht auf ihre Kosten. „Room 27“ gar als Psychothriller zu bewerben, finde ich stark übertrieben. 


Eschienen im Arena-Verlag

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Autorin / Autor: missmarie - Stand: 2. März 2012