Recycling funktioniert doch
Das Unmweltbundesamt und die Zentrale Stelle Verpackungsregister widerlegen verbreitete Irrtümer zum Kunststoff- und Glasrecycling
Denkt ihr auch manchmal, dass es sich gar nicht lohnt, den Verpackungsmüll zu sammeln, weil er doch mit den anderen Abfällen einfach verbrannt wird - und werft ihn dann einfach in den Hausmüll? Vielleicht lohnt es sich aber doch, zwei Müllbeutel zu befüllen, denn wie die neuesten Recyclingzahlen des Umweltbundesamts (UBA) und der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) belegen, ist Recycling kein Mythos, sondern funktioniert und ist gut überwacht. Laut ihren Zahlen erweisen sich verbreitete Irrtümer zum Kunststoff- und Glasrecycling bei genauer Betrachtung als nicht belastbar.
Im Gegenteil: die Recyclingquoten seien stabil, verkünden die Organisationen. Im Jahr 2024 wurden erneut rund 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle aus der Sammlung der dualen Systeme verwertet. Fünf von acht Recyclingquoten wurden erreicht, teilweise auch übererfüllt. Wie in den Vorjahren erfüllten Verpackungen aus Papier/Pappe/Karton, Weißblech, Aluminium und Kunststoffen die gesetzlichen Zielvorgaben. Anders sieht es bei den Quoten für Getränkekarton-, Glas- und Verbundverpackungen (aus verschiedenen Materialien) aus. Da gibt es offenbar noch Luft nach oben.
Recyclingquote für Kunststoffverpackungen bei 70 Prozent
Eine weitere zentrale Fehlannahme ist, Deutschland recycele nur sehr wenige Kunststoffverpackungen. Fakt ist laut den aktuellen Zahlen aber, dass die Quote für werkstoffliche Kunststoffverwertung (also tatsächliches Recyling zu neuem Material) seit 2018 von 42 Prozent auf 70 Prozent gestiegen. „Diese Entwicklung freut uns besonders. Das sind fast 30 Prozentpunkte mehr als 2018. Erstmals wurden mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen dem werkstofflichen Recycling zugeführt“, sagt Dr. Bettina Rechenberg, Fachbereichsleiterin Kreislaufwirtschaft beim UBA. „Den Irrglauben, es würde sowieso alles verbrannt, können wir damit eindrucksvoll widerlegen.“
Sortieranlagen trennen Verpackungen gezielt
Eine in der Bevölkerung sehr weitverbreitete Annahme ist: Fast alles, was im gelben Sack oder der gelben Tonne landet, wird sowieso verbrannt! Fakt ist: Vom Inhalt der gelben Tonne ging mehr als die Hälfte ins Recycling. Das Recycling funktioniere messbar und zuverlässig, so das Fazit. Moderne Sortieranlagen können den Inhalt systematisch sortieren. Nicht recyclingfähige Verpackungen und Material, das nicht in die gelbe Tonne gehört, werden überwiegend der "energetischen Verwertung" zugeführt und in der Verbrennung zur Energieerzeugung genutzt. Aus Turnschuhen, Staubsaugerbeuteln, Schwimmflügeln und vergleichbaren sogenannten Fehlwürfen könne selbst die leistungsfähigste Sortieranlage keinen Neukunststoff gewinnen.
Die gesetzliche Zielquote für das Recycling des Inhalts der gelben Tonne bezieht sich jedoch auf die gesamte Sammelmenge – inklusive Fehlwürfe und nicht recyclingfähiger Verpackungen. Gunda Rachut, Vorstand der ZSVR, sagt: „So leistungsfähig Sortier- und Recyclinganlagen auch sind – sie können nicht ausgleichen, was beim Verpackungsdesign versäumt wird. Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verschärfen sich die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit.“ Rachut weiter: „Gefordert sind die Hersteller, denn ab 2030 dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die zu mindestens 70 Prozent stofflich verwertbar oder wiederverwendbar sind. Entscheidend ist die konsequente Umsetzung recyclinggerechten Designs.“
Konsequente Trennung bei Glas
Auch bei Glasverpackungen sei es wichtig, nach Farben getrennt zu sammeln. Glasbehälter können bei sortenreiner Erfassung mehrfach im Kreislauf geführt werden. Und sorteinrein bedeutet, nach Braun-, Grün- und Weißglas sortiert. Denn entgegen einer verbreiteten Annahme wird Altglas nicht wieder vermischt, wenn die Container geleert würden. Weiß-, Grün- und Braunglas bleiben von der Sammlung bis in die Glashütte konsequent getrennt. Moderne Sammelfahrzeuge transportieren das gesammelte Glas in separaten Kammern. „Glasrecycling bringt erhebliche Energieeinsparungen gegenüber der Neuproduktion“, sagt Dr. Bettina Rechenberg vom UBA. „Voraussetzung dafür ist die richtige Mülltrennung. Noch immer geht zu viel Altglas im Restmüll verloren.“ Das Umweltbundesamt hält vor allem mehr Containerstellplätze und gemeinsame Anstrengungen von Verbraucher:innen, dualen Systemen, Kommunen und Handel für nötig, um die Sammelmengen und die Recyclingquote weiter zu steigern.
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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 29. Januar 2026