Praktika aufwerten!

Praktika im Studium: Gutachten fordert bessere Betreuung und Einbindung

In etlichen Bachelor- und Masterstudiengängen sind Praktika inzwischen integraler Bestandteil. Sie sollen den Studierenden den Zusammenhang zwischen Studieninhalten und Praxis aufzeigen, Einblicke in die Berufspraxis geben und Orientierungen fürs (weitere) Studium bieten.

Mehr und längere Praktika im Studium führen aber nicht automatisch dazu, dass Studierende besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind. Zu diesem Schluss kommt ein Fachgutachten, das am 27. September in Potsdam vorgestellt wurde. Die beteiligten Forscher_innen der Universitäten Potsdam und Oldenburg sehen entgegen der Forderung vieler Arbeitgeber den Schlüssel nicht in einer Ausdehnung von Praxisphasen, sondern fordern eine bessere Betreuung und Reflexion der Praktika.

Die Gutachter_innen kritisieren, dass es mit der Theorie-Praxis-Verzahnung und systematischen Einbindung insbesondere an den Universitäten oft hapere. „Vielerorts sind die Praktika noch immer ein bloßes Anhängsel des Studiums, wodurch wertvolle Lernchancen ungenutzt bleiben. Eine systematische Integration der Praktika in den Studiengang würde die Lernmotivation und damit auch den Studienerfolg erhöhen“, sagt der Potsdamer Bildungsforscher Prof. Dr. Wilfried Schubarth.

Sie empfehlen daher, Praktika aufzuwerten und sie als Merkmal guter Lehre anzuerkennen. Denn von qualitätsvollen Praktika könnten alle Seiten profitieren: Während Studierende durch Praktika die berufliche Praxis kennenlernen, profitierten Betriebe davon, dass sie akademisches Wissen und aktuelle Forschungsbefunde mitbringen. Hinzukomme, dass Arbeitgeber sich durch Praktika Fachkräfte sichern könnten. Auch die Hochschulen profitierten durch die (Aus-)Bildung wissenschaftlich qualifizierter Absolvent_innen für den Arbeitsmarkt und erhielten durch die Praktika Anregungen für Forschung und Lehre.

„Qualitätsstandards sind im Dialog aller beteiligten Akteure - Hochschulen und Studierende, Arbeitgeber und Gewerkschaften - zu erarbeiten“, so HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler. „Der Theorie-Praxis-Transfer kann nur funktionieren, wenn einerseits Praktika und andere Praxisbezüge systematisch ins Studium integriert sind. Andererseits müssen die Unternehmen ausreichend gute Praktikumsplätze anbieten, die den Praktikanten herausfordernde Aufgaben bieten.“

Empfehlungen des Fachgutachtens

  • „Vom Schattendasein ins Rampenlicht“: Praktika aufwerten und als Qualitätsmerkmal des Studiums anerkennen
  • Praktika als wichtigen, gleichberechtigten Lernort anerkennen
  • Hochschulen, Fächer und Studiengänge sollen eigene Praktika-Strategien erarbeiten
  • Praktika curricular integrieren und begleiten
  • Formen, Orte, Umfänge, Zeiträume und Organisation von Praktika festlegen
  • Praktikumsvereinbarungen abschließen
  • Informations-, Beratungsangebote und Ansprechpartner klar kommunizieren
  • Anrechnung praktischer Vorerfahrungen regeln
  • Bescheinigung und Bewertung des geleisteten Praktikums regeln
  • Ressourcen und Rahmenbedingungen bereitstellen
  • Praktika im Dialog gestalten
  • Qualität von Praktika entwickeln und evaluieren

Quelle:

 
 
Frau vor Einsen und Nullen
 
 
 

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