Paranoid

Autorin: Lisa Jackson
Übersetzt von: Kristina Lake-Zapp

Als Rachel 17 Jahre alt war, traf sie sich mit Freunden in einer abgelegenen Fabrik. Dort kam es zu einem tragischen Unfall. Rachel soll ihren Halbbruder Luke erschossen haben. Aber war sie es wirklich, denn laut Zeugenaussagen kam der Schuss nicht aus Rachels Waffe. Seitdem lebt sie mit Schuldgefühlen und ständigen Albträumen. Und als wäre das nicht schon genug: 20 Jahre später passieren neue unheimliche Fälle. Nach einem Treffen der alten Schulkameraden werden drei ehemalige Freunde ermordet und Rachel fühlt sich seitdem beobachtet und verfolgt. Sie bekommt Nachrichten, die sie beängstigen. Rachel muss das Schlimmste befürchten, als ihre Tochter Harper entführt wird. Und nicht nur Rachel muss um ihr Leben bangen, sondern auch ihre ganze Familie.

Meine Meinung

Geschrieben wird aus der Sicht der Protagonistin Rachel Ryder. Der Roman beginnt mit einem Prolog. Man erfährt, was vor 20 Jahren geschah und wie Rachel damals und heute fühlt. Rachel ist für mich eine schwache aber zugleich auch eine starke Frau. Eine schwache Frau ist sie für mich, wenn sie wieder ihre Albträume und ihre Angstzustände hat. Sie sich verfolgt und beobachtet fühlt. Eine starke Frau, wie sie versucht, ihre Ängste zu bewältigen, (ohne ihre Medikamente), und ihre Kinder zu beschützen versucht. Auch wenn Rachel manchmal das Gefühl hat, ihre Ängste (sogenannte Paranoia), zerstören ihre Familie, setzt sie alles daran, dass das nicht passiert. Hilfe bekommt sie von ihrem Ex-Mann Cade. Er arbeitet bei der Polizei, und seit den neusten Vorkommnissen macht er sich große Sorgen um seine Familie, aber vor allem um Rachel. Und je länger Rachel und Cade zusammen sind, spüren beide, dass sie noch Gefühle füreinander haben.

Ich bin nicht wirklich der Thriller- oder Krimi-Liebhaber, aber Lisa Jackson hat mich mit diesem Roman total überrascht. Es gibt so viele Charaktere, die ebenfalls die Hauptpersonen sein könnten. Lila, Rachels ehemalige beste Freundin und die Mutter des Kindes von Luke. Auch sie plagen Ängste und Albträume. Sie gibt sich ebenfalls die Schuld am Tod von Luke. Und was verschwieg Rachels Vater vor ihr, wusste er mehr über den Tod von Luke als er zugab? Ich habe mit gerätselt, wer der Mörder von Violet, Annessa und Nate Moretti ist. Und ich war sehr überrascht wer der Mörder ist. Und dass all die Menschen nur aus blinder Wut und aus Hass sterben mussten, hat mich schon sehr erschüttert.

Lisa Jackson hat sich einem Thema verschrieben, das viele nicht ernst nehmen. Paranoid zu sein, ist eine psychische Störung, die Angstzustände hervorruft. So bei Rachel, bei der das Ganze zum Verfolgungswahn wurde. Schade fand ich, wie das Ende gestaltet ist, denn der Roman hätte noch genug Lesestoff für einen zweiten Band gehabt. Cade, der so viel in Erfahrung gebracht hat, wie Luke damals tatsächlich ums Leben kam. Lila die Angst hat, dass man ihr Geheimnis erfährt und somit der wahre Mörder von Luke gefunden wird.

Fazit

Lisa Jackson hat in diesem Roman ein Thema aufgegriffen, das sehr beängstigend ist. Paranoid zu sein. Hier war es Mord, der Rachel paranoid werden ließ. Im wahren Leben können auch andere Ursachen dazu führen. Ich kann diesen Thriller sehr gerne weiterempfehlen. Und das war ganz bestimmt auch nicht der letzte dieser Art. Vielleicht ist der nächste ja wieder von Lisa Jackson.

Erschienen bei Knaur HC

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Autorin / Autor: Susi74 - Stand: 27. April 2021