Nur 6 Tage

Autor: Philip Webb

Buchcover Nur 6 Tage

Der Roman „Nur 6 Tage“ von Philip Webb erzählt von einer fiktiven Welt, in der die sogenannten Räumer seit Hunderten Jahren nach einem Artefakt suchen. Cass und ihr Bruder Wilbur sind ebenfalls Räumer, aber Wilbur ist anders als die meisten. Er bildet sich ein, in Comicheften Hinweise darauf zu finden, wo sich das Artefakt versteckt hält und entfernt sich deshalb oft unerlaubt von seiner Kolonie und Cass muss ihn suchen. Bei einem seiner Ausflüge finden die Geschwister einen Jungen namens Peyto.
Er und ein Mädchen mit dem Namen Erin schließen sich den beiden an und nach und nach erfahren Cass und Wilbur, dass die beiden wissen, wie das Artefakt aussieht und welche Funktion es besitzt, denn beide besitzen ebenfalls einen „Falter“. Peyto und Erin sind Schläfer und leben auf der Aeolus, einer Art selbst denkenden Raumschiff. Die Aeolus hätte eigentlich die Pflicht gehabt alle 49 Schläfer zu wecken und zur Erde zu schicken, aber durch einen Fehler ist vor tausenden Jahren Peytos Mutter, die ebenfalls eine Schläferin war, aufgewacht und hat bemerkt, dass das Schiff nicht vor hat die Schläfer gehen zu lassen. Bei ihrer Flucht ist die Aeolus stark beschädigt worden und konnte sich selbst nicht mehr reparieren. Trotzdem hat sie sehr lange gewartet, bis sie Peyto und Erin aufgeweckt hat, damit die beiden den letzten Falter zurück holen können und sie sich wieder regenerieren kann. Cass, Wilbur, Erin und Peyto blieben deshalb nur noch 6 Tage den Falter zu finden und einen neuen 49. Schläfer, denn jeder Falter sucht sich seinen Schläfer, ohne den er nicht richtig funktionieren kann. Als sich der Falter jedoch Wilbur ausgesucht hat, beschließt Cass die heimtückische Aeolus zu bekämpfen und alle Schläfer zu retten.

Die Geschichte und Figuren an sich haben mir gut gefallen, aber meiner Meinung nach haperte es an der Ausführung. Es wurde viel zu viel Umgangssprache verwendet. Wörter wie „ackern“, „rüberglotzen“ und „Eierköpfe“ sind die Norm. Ich finde ein Buch sollte nicht nur so strotzen vor Jugendbegriffen, sondern flüssig zu lesen sein und verständliche, aber dennoch halbwegs intelligente Sätze beinhalten. Wenn ich Gossensprache hören will, reicht es völlig, wenn ich mit dem Bus oder der Bahn fahre. 

Wenn man von der Wortwahl absieht ist das Buch jedoch sehr gut. Cass weiß genau, was sie will, sie ist stark und unabhängig und trotz ihres etwas rauen Auftretens kümmert sie sich immer um ihren kleinen Bruder. Wilbur ist ganz anders als seine Schwester. Er lebt in einer Traumwelt und die meisten Dinge tut er nach Intuition. Es ist gut gelungen wie die Eigenarten der einzelnen Figuren mit ihren Handlungen und der Geschichte an sich harmonieren und macht das Buch zu einer leichten Lektüre für zwischendurch. Alles in allem war das Buch in Ordnung und ist geeignet für jeden der Geschichten mag, in denen es um eine Alternative Zukunft geht und nichts gegen Jugendsprache in Büchern auszusetzen hat.

Erschienen bei: Chicken House

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Autorin / Autor: cherrysweet - Stand: 28. März 2012