Nachschlagen oder raten?

Was funktioniert am besten beim Vokabellernen?

Symbolbild: lernendes Mädchen

Schnappt ihr euch einen Stapel Karteikarten, oder lest ihr ganz mutig einen Roman in einer Fremdsprache, um neue Vokabeln zu lernen? Und wenn ihr die Textvariante wählt, wie geht ihr dann mit Wörtern um, die ihr nicht kennt? Wörterbuch oder raten, was es sein könnte? Die Sprachwissenschafterin Anouschka Foltz vom Institut für Anglistik der Universität Graz hat jetzt untersucht, welche Strategie am besten funktioniert und ihr Fazit lautet: „Beide Methoden sind zielführend".

Die Forscherin testete mit ihrem Team Studierende, die Englisch als Zweitsprache erlernten. Für die Untersuchung wurden zunächst bekannte und unbekannte Wörter abgefragt, von bestimmten Begriffen mussten die Proband_innen die richtige Übersetzung angeben, die sie, wenn sie sie nicht wussten, entweder nachschlugen oder aus dem Kontext rekonstruierten. Zwar machten diejenigen größere Lernfortschritte, die schon zu Beginn über ein größeres Vokabular verfügten. Trotzdem hätten auch Testpersonen mit geringem Wortschatz Erfolge bei der Rate-Methode erzielt.

„Das widerlegt bisherige Annahmen und verdeutlicht, dass man auch im Unterricht frühzeitig auf diese Technik setzen kann“, so die Sprachwissenschafterin. Wenn Lehrkräfte diese anwenden würden, sollten sie allerdings darauf achten, dass eine schnelle Kontrolle und Korrektur im Klassenverband erfolge, falls Schüler_innen in ihren Vermutungen daneben liegen. Denn: „Wörter, deren Bedeutung man zuerst falsch angenommen hat, prägt man sich dafür nachher besonders gut richtig ein“, ergänzt Foltz.

Ein weiteres Ergebnis war, dass all jene, die mit dem Raten aus dem Zusammenhang bereits Erfahrung hatten, diese Strategie erfolgreicher anwenden konnten als Ungeübte. Foltz plädiert daher für ein gezieltes Training in der Schule.

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