Mit Zähnen und Klauen - Mein Leben als Werwolf

Autorin: Catherine Jinks
Aus dem Englischen von Cornelia Stoll

Buchcover Mit Zähnen und Klauen - Mein Leben als Werwolf

In dem Roman „Mit Zähnen und Klauen - Mein Leben als Werwolf“ von Catherine Jinks geht es hauptsächlich um einen dreizehnjährigen Jungen Namens Toby, der eines Tages nackt und voller Verletzungen in einem Dingo-Gehege gefunden wurde. Nachdem er in ein Krankenhaus gebracht wurde, überschlugen sich die Ereignisse. Erst bekam er einen mysteriösen Brief von einem Pfarrer, der angeblich wisse, was mit ihm geschehen sei, obwohl die Ärzte noch keine Diagnose stellen konnten und dann tauchte eben dieser plötzlich vor seiner Tür auf, zusammen mit einem Mann namens Reuben, die behaupteten, dass Toby ein Werwolf sei und sich nun jede Vollmondnacht verwandeln würde. Natürlich glaubten sie ihnen nicht und schickten sie fort, aber toby machte den Fehler, seinen abenteuerlustigen Freunden von dieser Begegnung zu erzählen. Zusammen heckten sie den Plan aus, Reuben glauben zu lassen, dass sich Toby für seine Geschichten interessiert und nur einen Beweis haben will, damit er ihm tatsächlich glauben könne. Natürlich reichten Reubens angebliche Beweise nicht und die Jungs hielten ihn für noch verrückter als anfangs angenommen. Doch dann zeigte er ihnen den Tresor, in dem er sich einschließen ließ, wenn es wieder Vollmond ist. Überwältigt von dem Wolfsgeruch und den Kratz- und Blutspuren wandelte sich Tobys Meinung von Reuben völlig und er glaubte ihm, konnte es jedoch niemanden erzählen, also versuchte er einfach normal weiter zu leben. Einige Tage später wurde er jedoch von zwei Männern Namens Gary und Lincoln entführt und in einen unterirdischen Tank mitten in der Wüste gesperrt. Über diesen Tanks (so etwas in der Art wie Gefängniszellen), gab es einen großen, umzäunten Pool inklusive einer Tribüne, wo immer wieder Werwolfkämpfe statt fanden. Reuben war dort ebenfalls einige Jahre gefangen gehalten worden und wusste so, wo sich Toby aufhielt. Zusammen mit einem weiteren Werwolf Namens Danny und einigen Vampiren befreiten sie Toby und seinen Mitgefangenen Sergio, was natürlich mit einiger Action, Schnelligkeit und einem gewissen Witz passiert ist. Sowohl die Werwölfe als auch die Vampire entsprechen nicht den in Endlosschleife kursierenden Geschichten, sondern sind völlig neu interpretiert. Oft wird das Werwolf- oder Vampirsein in dem Buch als „Leiden“ bezeichnet. Die Wölfe verwandeln sich ausschließlich in Vollmondnächten und die Vampire sind kränklich und schwach.

Fazit:
Ich finde es gut, dass dieses Buch nicht wieder die herkömmlichen Werwolfgeschichten aufgreift, sondern dem ganzen Mythos eine neue Seite verpasst. Die Figuren sind sympathisch und man kann sich teilweise gut mit ihnen identifizieren. Sie sind nicht übermenschlich stark oder tödlich, außer natürlich ein Werwolf ist gerade verwandelt, aber die verwandelte Person ist währenddessen mehr jemand anders als er selbst und weiß im Nachhinein nicht mehr was überhaupt passiert ist, deshalb zählt es nicht wirklich. Catherine Jinks hat auf die einfache Jugendsprache gesetzt und meiner Meinung nach voll ins Schwarze getroffen. Das Buch lässt sich leicht lesen, ist aber nicht zu vollgestopft von Umgangssprache. Außerdem ist es witzig und alles passiert sehr schnell. Sie hat sich nicht unnötig seitenweise über Sachen ausgelassen, die eigentlich niemanden interessieren, sondern das Wichtigste erklärt und vor allem die Handlungen in den Fokus gesetzt.

Der Roman ist aus der Sicht von Toby geschrieben, was es natürlich noch sympathischer für Jugendliche macht, denn Toby ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der gerne Streiche mit seinen Freunden spielt, zur Schule geht und einfach ein Teenagerleben führt, bis auf die Tatsache, dass er sich einmal im Monat in einen Werwolf verwandelt. Gut fand ich es auch, dass Reuben und die anderen Toby und vor allem seine Mutter erstmal davon überzeugen mussten, dass sie die Wahrheit sagen. In vielen Büchern ist es so, dass es einfach geglaubt wird, obwohl es ja nicht alltäglich ist, dass dir jemand sagt, du seist ein Werwolf oder Vampir. Umso mehr sie Toby überzeugt haben, umso mehr überzeugen sie auch den Leser, dass es diese übernatürlichen Wesen wirklich gibt. Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe ist, dass dadurch, dass sich ein Werwolf nach seiner Verwandlung an nichts mehr erinnern kann, die Leser auch nicht erfahren können, wie es ist, sich zu verwandeln und für eine Nacht ein Wolf zu sein. Alles in allem war das Buch gut und durchaus empfehlenswert für all jene, die gerne Geschichten über Vampire, Werwölfe und andere „Fantasiegeschöpfe“ lesen.

Erschienen bei: dtv

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Autorin / Autor: cherrysweet - Stand: 18. Januar 2012