Meiner ist der Beste

Studie: Warum wir unsere Partner durch die rosarote Brille sehen

Maries Freund ist schon irgendwie cooler: er geht einkaufen, kümmert sich selbst um seine Wäsche und schenkt ihr auch schon mal Blumen... Ach, aber im Grunde mache ich das alles ja auch selbst sehr gerne, ist ja nicht so wichtig, dass mein Freund das nicht macht ... Ich glaub ich hab trotzdem die bessere Wahl getroffen! Wer bei einem Partnervergleich zu einem solchen Ergebnis kommt, tut laut einer aktuellen psychologischen Studie nichts anderes, als seinen Partner und seine eigene Beziehung vor den negativen Auswirkungen des eigenen Vergleichs zu schützen. Auch wenn viele Paarhälften sich so verhalten, längst nicht alle greifen zu solchen Erklärungen, die unliebsame Verhaltensweisen oder Eigenschaften des eigenen Partners rechtfertigen.

Laut der Studie, die die University of Toronto durchführte, hängt der Grad der Rechtfertigungen damit zusammen, wie sehr die einzelne Person sich und den/die Partner_in als eine Einheit sehen. Dieses Phänomen nennen Psycholog_innen "self-other overlap" also frei übersetzt "Selbstüberlappung". "Menschen, die besonders stark mit ihrem Partner verschmelzen, werden versuchen, ihre Partner zu schützen, und die Bedrohung, die durch ein negatives Vergleichsergebnis entstehen könnte zu  minimieren, indem sie das Ergebnis als nicht so wichtig deklarieren", erklärt Psychologie-Doktorandin Sabrina Thai. "Darüber hinaus sind diese Menschen in der Lage, den positiven Blick auf ihren Partner trotz der ungünstigen Vergleiche zu behalten. Sie sehen in ihren Partner_innen immer noch ihren Traummann oder ihre Traumfrau, die sich nur positiv auf ihre Beziehung auswirkt."

Für Thai liefert die Studie zum ersten Mal den Beweis dafür, dass Menschen ihre Partner_innen mit anderen vergleichen und dass das erhebliche Konsequenzen für die Beziehung nach sich zieht. "Menschen, die wenig 'self-other overlap' mit ihren Partner_innen haben, werden es schwer haben, ihre Partner_innen weiterhin positiv wahrzunehmen, wenn Vergleiche nicht gerade zu ihren Gunsten ausfallen. Dies kann eine wichtige Quelle von Stress und Konflikten in Beziehungen sein", so die Wissenschaftlerin. Wenn man die Vorteile, die eine hohe Partnerüberschneidung mit sich bringt, beleuchte, könnten die Ergebnisse der Forschung möglicherweise helfen, zukünftige Interventionstechniken bei Partnerschaftskonflikten zu finden, überlegt Thai. Vielleicht könne es bei der Bewältigung und Überwindung der negativen Folgen des Partnervergleichs helfen, wenn man vorübergehend die Wahrnehmung der Partnerüberschneidung steigere, hofft Thai.

Eine andere Möglichkeit ist, mit seinem Traummann oder seiner Traumfrau mal darüber zu reden, was man sich anders wünscht, anstatt nur auf die Freund_innen der anderen zu schielen und zu vergleichen. ;-)

Thais Studie "Comparing You = Comparing Me: Social Comparisons of the Expanded Self" wurde in der Juli-Ausgabe des Personality und Social Psychology Bulletin veröffentlicht; Co-Autor ist Psychologieprofessor Penelope Lockwood.

Quelle

Stichworte

Selbstbestärkung  Liebe und Ähnlichkeit  Traumpartner

Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 22. Juli 2015
 
 

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