Maximum Ride - Das Experiment Angel

Autor: James Patterson

Max, kurz für Maximum, ist keine normale 14-jährige. Sie ist die Anführerin eines Schwarmes von 'Vogelmenschen', die im Labor gezüchtet wurden. Vor einigen Jahren wurden sie aus dem Labor - der „Schule“, wie es die Wissenschaftler nennen – befreit und leben seitdem versteckt in den Bergen, bis sie plötzlich gefunden werden und ein gefährliches Abenteuer beginnt. Die Eraser, das sind große Wolf-Mensch-Kreuzungen, die für die „Schule“ arbeiten, haben nämlich das jüngste Mitglied des Schwarms entführt und das gilt es zu befreien. Wer weiß, was die Wissenschaftler mit ihr vorhaben? Nichts Gutes, das ist für die sechs Kinder klar und deshalb machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach 'Angel', dem Institut für höheres Leben, um Informationen über sich selbst und den Grund für Max' mysteriöse innere Stimme, die plötzlich auftaucht, zu bekommen.

Meine Meinung:
Fangen wir mal mit den oberflächlichen Dingen an: die Cover-Gestaltung. Wie ihr an dem Bild oben links erkennen könnt, sieht das Cover gar nicht mal schlecht aus. Ich finde, es passt zur Geschichte und hat mich als potenzielle Leserin angelockt - es hat seinen Zweck also erfüllt.
Wenn man das Buch dann allerdings umdreht, kommt man zum Klappentext. „Wir sind stark. Wir sind cool. Und wir hüten ein tödliches Geheimnis.“ Das sind sie ersten drei Sätze und wenn ich ehrlich bin, ist dies alles andere als begeisternd. Es klingt platt und passt meiner Meinung nach absolut nicht zum Inhalt. Wenn ich im Laden nur den Klappentext gelesen hätte, hätte ich das Buch sofort wieder weggelegt. Aber okay, es kommt ja auf den Inhalt an, also springe ich mal zu der Story an sich.

Die Handlung ist spannend, fesselnd und ziemlich Action-geladen. Man weiß nach dem ersten Teil des Buches eigentlich schon, dass die sechs Hauptfiguren mit jedem möglichen Hindernis konfrontiert werden, das sich irgendwie anbietet und spätestens alle fünf Seiten eine neue Komplikation auftritt, die meistens mit den Erasern (zu dt. „Ausradierer“) zusammenhängt. Was mir leider an einigen Stellen gefehlt hat, waren die Details. Gerade was das Labor, oder das Aussehen der Mutanten angeht. So muss man einiges an Fantasie und eigenen Ideen mit einbringen, um wirklich Kopfkino schauen zu können. Mehr Details hätten außerdem der leicht mystischen Atmosphäre des Buches sehr gut getan.
Und eine Sache wäre da noch, die man auch am Ende des Buches noch nicht so wirklich verstanden hat. Lizzys, rettet euch vor Klischees: Max soll die Welt retten! Eine plötzlich in Max' Kopf auftauchende Stimme behauptet so etwas zumindest. Wahrscheinlich wird das Rätsel in Band 2 oder Folgenden gelöst, aber bis dahin erzeugt diese Stimme weder Gänsehaut-Feeling, noch Spannung in Bezug auf Max' Aufgabe. Weltretterin? - Nein Danke!

Die Hauptfiguren finde ich fast alle passend charakterisiert, nur mit Maximum hatte ich an einigen Stellen so meine Probleme. Sie bildet sich anfangs und in überlegenen Situationen unglaublich viel auf ihre eigene Stärke ein, wird dann aber schnell zum weinerlichen, unsicheren Kind. Meiner Meinung nach wird Max vom Autor immer gerade so dargestellt, wie es dort in die Szene passt und für den Leser zufriedenstellend wirkt. Dies steht nicht selten im Gegensatz zu der mentalen Stärke und anderen Eigenschaften, die der Autor an anderen Stellen betont. Diese Wechselhaftigkeit macht Max meiner Meinung nach zu einer nicht ganz so authentischen Figur. Aber okay, das ist meine Sicht der Dinge, vielleicht habe ich auch einfach schon zu viele Bücher mit anders wirkenden Charakteren gelesen, als dass ich Max als überzeugend sehen könnte.
Den Rest des Schwarms mag ich dafür umso mehr. Den blinden Iggy; den typisch ruhigen (Bad?-) Boy Fang; den quirligen Gasman; seine Schwester Angel, die Jüngste des Schwarms und Nudge, das Plappermaul. Sie alle gehören zu Max' süßer Familie, in der sie die Führungsposition und Mutterrolle übernommen hat. Ihr Umgang untereinander wird von Geschwisterliebe und Gelegenheitskitsch geprägt. Eine Mischung, die viele Lizzys zum Quietschen bringen könnte.

Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist James Pattersons Schreibstil. In Maximum Ride schreibt er locker und leicht, an einigen Stellen sehr umgangssprachlich und er hat ganz schöne Beschreibungen der meisten Handlungsorte kreiert. Man kann das Buch schnell und flüssig durchlesen, auch wenn ich seinen Stil insgesamt nicht ganz so toll finde. Aber ich denke, das ist Geschmackssache.

Insgesamt würde ich drei von fünf Lizzy-Sternchen für das Gesamtpaket geben und das Buch denjenigen empfehlen, die auf Gestaltenwandler, Werwölfe, Mutanten und Ähnliches stehen. Und höchstens 14-jährige Superhelden.

Erschienen im Baumhaus Verlag

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Autorin / Autor: erdbeerhexe - Stand: 15. August 2011
 
 

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