Logopädin

Sarah macht eine Ausbildung zur Logopädin. Wir fragten sie, was man dort lernt.

Sarah, was ist denn eigentlich die Logopädie?

Logopäden behandeln Menschen aller Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Behandelt werden Sprachstörungen. Die bekannteste Sprachstörung ist zum Beispiel das Lispeln, das in der Logopädie „Sigmatismus“ genannt wird. Hierbei sprechen die Kinder oder auch Erwachsenen das „s“ falsch aus. Die Sprachstörung kann viele Bereiche betreffen: Grammatik, Wortschatz und das Sprachverstehen. Meist haben die Patienten auch Schwierigkeiten, die Wörter überhaupt auszusprechen oder richtig zu lesen und zu schreiben. Dies kann zum Beispiel nach einem Schlaganfall auftreten.

Ausbildungsweg

LogopädInnen machen eine bundesweit einheitlich geregelte 3-jährige schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Logopädie.

Wo arbeitet denn eine Logopädin?

LogopädInnen werden in Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, in Logopädie-Praxen oder in psychologischen Praxen beschäftigt. Sie können aber auch in Kindergärten, Grundschulen oder bei Gesundheitsämtern eine Stelle finden.

Behandelt wird in einem Therapieraum, Patient und Therapeut machen entsprechende Übungen zum jeweiligen Störungsbild. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Der Therapeut macht ein Spiel, z.B. Schneckenrennen und das Kind muss bei jedem Würfeln eine Karte mit einem Bild ziehen. Hierzu muss es dann eine vorher vereinbarte Aktion machen. Die Stunde dauert immer 45 Minuten.

Wie lernt man denn so etwas in der Ausbildung?

In meiner Ausbildung wird viel geübt, wie man richtig therapiert. Hierzu haben wir in Kleingruppen Patienten-Fälle und besprechen diese. Außerdem musste ich ein sechsmonatiges Praktikum machen, dabei habe ich alle möglichen Störungsbilder kennengelernt. Vor jeder Therapie musste ich einen Therapieplan schreiben, wo ich die genaue Reihenfolge, den Zweck und den genauen Ablauf der Übungen darstellen sollte. Die Ausbildung wurde auch von Jahr zu Jahr komplexer, aber ich wurde auch immer sicherer in den Therapien.

Welche Fächer gibt es in der Ausbildung?

Es gibt zum Beispiel Anatomie, wo man alles über die Muskeln im Gesicht und im Kehlkopfbereich lernt. Dazu gibt es auch Psychologie, Pädagogik, Linguistik (Grammatik der deutschen Sprache), Stimmbildung, Neurologie und Dysphagie (Schluckstörungen). Am Anfang war es schwer für mich, mir die vielen lateinischen Fachbegriffe zu merken.

Für wen ist der Beruf geeignet? Welche Fähigkeiten und Vorlieben sollte man mitbringen?

Ich würde sagen für hilfsbereite, einfühlsame und sprachinteressierte Menschen. Zudem sollte man auch offen für neue Menschen sein und nicht zu schüchtern auftreten.

Was hat dir bisher am besten gefallen?

Am meisten Spaß hat mir bisher die Aphasie-Therapie und die Behandlung von Stimmstörungen gemacht. (Eine Aphasie tritt nach verschiedenen Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma etc. auf und betrifft Menschen, die vorher keine Sprachstörung hatten.) Insgesamt ist die Logopädie eine sehr komplexe aber auch tolle Ausbildung. Ich habe in der Ausbildung auch viel über mich selber gelernt. Und: Logopäden sind heutzutage sehr gefragt!

Vielen Dank für das Interview!

Stand: Mai 2015
 
 
 

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