Liebe treibt die schönsten Blüten

Autorin: Valerie Korte

„Kann man Liebe säen, wo sie nicht von selbst wächst?“

Diese Frage stellt sich Svea Tewald von Tewald Gartenbau in „Liebe treibt die schönsten Blüten“ von Valerie Korte. Ein bodenständiger Liebesroman mit viel Humor und tiefsinnigen Fragen. Svea ist eine bodenständige, junge Frau, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Elisabeth in einer WG in Köln lebt und neben ihrem Job an der Universität an ihrer Doktorarbeit über Insekten schreibt. Auf ihrem Gebiet ist sie Expertin – nur weiß das leider keiner, da ihr Professor ihre Texte unter seinem Namen veröffentlicht. Und auch in der Liebe läuft es trotz Dating-Apps aktuell eher weniger gut. Als Sveas Vater dann einen leichten Schlaganfall erleidet, übernimmt sie die Geschäftsführung seiner Gartenbaufirma während er die Reha absolviert. Das macht ihr erstaunlich viel Spaß und im Rückenkurs, der ihren verspannten Nacken besänftigen soll, lernt sie parallel dazu den freundlichen Lars kennen. Für Svea ist es Liebe auf den ersten Blick und für ihn? Das ist eine gute Frage, die im Verlauf der Geschichte unterschiedlich beantwortet werden kann. Richtig kompliziert wird es aber, als Svea einen Auftrag zur Gestaltung eines Platzes in Köln erhalten will – ausgerechnet (oder glücklicherweise?) Lars ist Mitglied der Vergabekomission im städtischen Grünlandamt.

„Liebe treibt die schönsten Blüten“ hat mir viele schöne Lesestunden beschert. Vom ersten Moment an habe ich mich Svea sehr verbunden gefühlt und dieses Gefühl bis zum letzten Wort nicht verloren. Sie ist eine vergleichsweise unscheinbare Protagonistin, doch genau das hat mir sehr gut gefallen. Valerie Korte hat mit Svea eine Frau geschaffen, die Du und ich als Freundin, Nachbarin oder Kollegin haben könnten. Generell sind alle Charaktere sehr realitätsnah geformt und dabei doch so verschieden und alle auf ihre Art liebenswert: die naturverbundene Svea, die Liebesexpertin Elisabeth, der besonnene Lars, der intelligente Kerim, der dicke Kater Meyer-Landrut und viele mehr. Man spürt einfach die Zeit und Liebe, die die Autorin in die Schöpfung der Charaktere investiert hat.
Der Roman ist in 17 Kapitel unterteilt, die alle mit einem Zitat aus Brehms Tierleben beginnen. Außerdem fließen immer wieder Tipps für eine umwelt- und insektenfreundliche Gestaltung des eigenen Gartens ein. Dadurch zieht sich der grüne Faden vom Cover bis zur letzten Seite und gibt der Geschichte um Svea und Lars einen lebendigen, blühenden Rahmen. Und die ein oder andere Anregung für den eigenen Vorgarten kann der Leser auch mitnehmen.

Ich kann den Roman nur jedem empfehlen, der noch die passende Lektüre für einen entspannten Sommerabend auf der Terrasse sucht. Bei einem kühlen Getränk, hochgelegten Beinen und dem Summen und Brummen der Natur könnt Ihr dann selbst herausfinden, ob man Liebe säen kann, wo sie nicht wächst.


Erschienen bei Lübbe Belletristik

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Autorin / Autor: Franziska - Stand: 8. Juni 2021