Lernen im Schlaf?

Aktuelle Studie bestätigt: Schlaf hilft dem Gedächtnis und sorgt dafür, dass zuvor gelernte Inhalte sich besser im Gedächtnis verankern

Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, ohne Anstrengung Vokabeln, Formeln und wichtige Geschichtsdaten einfach im Schlaf in den Kopf zu kriegen. Dieser Traum wird wahrscheinlich einer bleiben, auch wenn es immer wieder Anbieter gibt, die das Lernen im Schlaf versprechen und dazu merkwürdige CDs auf den Markt bringen. Tatsächlich geht es ohne Lernen nicht. Den Schlaf kann man sich dennoch zu Nutze machen. Denn in einer aktuellen Studie hat sich wieder bestätigt, was Wissenschaftler_innen schon länger vermuten: Schlaf hilft dem Gedächtnis und sorgt dafür, dass zuvor gelernte Inhalte sich besser im Gedächtnis verankern. Und tatsächlich wurde in dieser Studie auch ein Hinweis darauf gefunden, dass es helfen kann, frisch Gelerntes noch einmal im Schlaf zu hören -  allerdings funktioniert das nur in der Tiefschlafphase.

Erst lernen, dann schlafen
In ihrer Studie hatten Wissenschaftler_innen um Dr. Scott Cairney von der University of York Testpersonen Wörter lernen lassen, die jeweils zusammen mit entweder einem Objekt oder einer Szene (z.B. ein Bauernhof) gezeigt wurden. Anschließend durften die Testpersonen ein Nickerchen halten. Die Hälfte der zuvor gelernten Wörter wurden ihnen während des Schlafens vorgespielt.
Nach einer anhaltenden Schlafphase wurden sie zu den erinnerten Wörtern befragt. Dabei wurden die Wörter häufiger erinnert, die sie beim Schlafen zusätzlich zu hören bekommen hatten. Zudem hatten die Forscher_innen ein Elektroenzephalogramm (EEG) angewendet, dass die Hirnströme der Probandinnen während des Schlafes erfasste.

Schlafspindeln helfen beim Merken
Ihr Augenmerk galt dabei sogenannten Schlafspindeln, das sind spindelförmige Ausschläge im EEG, die typischerweise in einer bestimmten Phase des Schlafes auftreten. Es wird zum einen vermutet, dass sie den Schlaf stabilisieren, aber auch zur Verankerung von Inhalten in das Gedächtnis beitragen. Die Forscher_innen in der aktuellen Studie entdeckten nun, dass Schlafspindeln bei ihren Testpersonen vermehrt dann auftraten, wenn ihnen bereits gelernte Wörter im Schlaf vorgespielt wurden.
Dabei konnten die Forscher_innen die Gehirnsignale sogar lesen und erkennen, wann es um ein Objekt und wann es um eine Szene ging. Dies zeige, dass Schlafspindeln sogar eine bestimmte Art Code produzieren, je nachdem welcher Inhalt reaktiviert wird.

Lernen im Schlaf?
Bis diese Erkenntnisse in neue wundersame Lernmethoden übertragen werden können, muss aber wohl noch ein wenig geforscht werden. Die Forscher_innen sind zumindest sicher, dass Schlafen nach intensiven Lerneinheiten dazu beiträgt, die Inhalte zu verfestigen und dass ein Hören im Schlaf ebenfalls hilfreich sein kann. Allerdings müsste dies in einer bestimmten Phase des Schlafes stattfinden, die erst nach 20-30 Minuten Schlaf erreicht wird. Aber dafür gibt es ja dann sicher eine Schlafüberwachungsapp, die uns Schlafenden dann automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt die übelsten Vokabeln einflüstert. Ob dadurch aber vielleicht andere wichtige Prozesse im Schlaf beeinträchtigt werden, müsste dann vielleicht nochmal überprüft werden.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachjournal Current Biology erschienen

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 14. März 2018
 
 

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