Jura studieren

Yasemin ist 20 Jahre alt und studiert im vierten Semester Jura. Sie berichtet, was sie damals zu der Entscheidung, Jura zu studieren, bewegt hat, ob sie mit ihrer Wahl zufrieden ist und was den Studiengang eigentlich auszeichnet.

Wieso hast du dich damals für das Jura-Studium entschieden?
Ich habe mich damals für Jura entschieden, weil es schon immer ein Kindheitswunsch von mir war, Juristin zu werden. Was mich aber im Endeffekt vor allem überzeugt hat, waren die Aussichten nach dem abgeschlossenen Studium. Jobtechnisch stehen einem alle möglichen Wege offen, egal ob man die klassischen Juristenberufe ausüben möchte oder doch eher in die Wirtschaft oder in die Wissenschaft gehen will. Juristen werden in allen möglichen Institutionen benötigt und es gibt viele Möglichkeiten, sich zu spezialisieren und ein Rechtsgebiet zu finden, das einen besonders interessiert und in dem man sich besonders engagieren möchte. So bleibt einem auch nach dem Studium noch alles offen.

Welche Erwartungen hattest du an das Studium?
Ich bin mit den Erwartungen in das Studium gegangen, dass mich eine ganz schöne Herausforderung erwartet. Von allen Seiten wurde mir gesagt, dass Jura so "trocken" sei und nur aus dem Auswendiglernen von Paragraphen besteht. Ich hatte jedoch die Hoffnung, einfach einen interessanten Studiengang gewählt zu haben, bei dem ich gerne in die Vorlesungen gehe und mich nicht zum lernen zwingen muss.

Haben sich deine Erwartungen für dich bestätigt?
Also mit der Herausforderung lag ich nicht daneben. Aber es war eine, die ich gerne angenommen habe. Im Gegensatz zu den ganzen Warnungen muss ich sagen, dass ich in vielerlei Hinsicht sehr positiv überrascht wurde. Das Jurastudium ist in meinen Augen alles andere als trocken und man muss nicht in erster Linie Paragraphen auswendig lernen. Natürlich muss man im Zweifelsfall wissen, wo was geschrieben steht, aber am wichtigsten ist das grundlegende Verständnis der Rechtsordnung und ihrer Systematik. Dabei ist der Weg das Ziel, und in Klausuren bringt nicht das Endergebnis, sondern der Weg dahin die meisten Punkte. Bereits in den ersten Wochen des Studiums haben wir uns mit Alltagsfällen beschäftigt und sind daher ganz nah am Leben dran. Natürlich besteht ein hoher Lernaufwand, aber wenn man genügend Fleiß mitbringt, ist das zu schaffen.

Das Jura-Studium gilt als sehr schwierig und anspruchsvoll. Wie empfindest du das?
Ich bin schon der Meinung, dass das Jurastudium hohe Anforderungen an einen Studenten stellt. Es ist nicht immer einfach, die Gesetzesstrukturen und die einzelnen Regelungen zu verstehen, vor allem da es nicht um den einzelnen Paragraphen an sich geht, sondern um dessen Regelungsinhalt, Wirkungen und Zusammenhänge. Das ist nicht immer vom Wortlaut der Norm ersichtlich, so dass es viel zu erarbeiten gibt. Ich denke, dass ein Jurist grundsätzlich in seinem späteren Beruf eine große Verantwortung trägt, auf die man natürlich dementsprechend vorbereitet werden muss. Dabei ist das Jurastudium in erster Linie ein Selbststudium, das man sich hart erarbeiten muss.

Welche Voraussetzungen sollte man für das Studium mitbringen?
Für ein Jurastudium sollte man eine gewisse Portion Fleiß und Disziplin mitbringen. Wie schon erwähnt, ist das Studium vor allem ein Selbststudium, bei dem man eigene Verantwortung übernehmen muss. Da Jura kein Bachelor-Studiengang ist, ist jeder Student völlig frei, was seine Organisation und Lernbereitschaft angeht. Es gibt keine Veranstaltungen, die man besuchen muss. Das bedeutet auf der einen Seite große Freiheit, aber auf der anderen kann dies natürlich auch Risiken bergen. Man muss sich selber immer wieder motivieren und aufraffen.
Außerdem sollte man auch damit umgehen können, Rückschläge zu erleiden. Im Jura Studium wird nicht gerade mit guten Punkten um sich geschmissen, eher im Gegenteil: Es ist sehr schwierig bis hin zu unmöglich, die Höchstpunktzahlen zu erreichen und die Benotungen sind grundsätzlich eher zurückhaltend. Daran sollte man sich gewöhnen und nicht verzweifeln, wenn man einmal durch eine schlechtere Punktzahl zurückgeworfen wird. Es gibt immer mal Tage, an denen man verzweifelt, aber genau dann muss man einfach den Biss haben, weiter zu machen. Am wichtigsten ist jedoch einfach das Interesse an der Materie, dann fällt das Lernen auch viel leichter.

Wem würdest du von dem Studium eher abraten?
Jura ist kein Studium, um es mal eben nebenbei zu studieren. Man muss sich darauf einlassen und engagiert sein, um durchzukommen. Außerdem sollte man nicht erwarten, dass man in ein paar Jahren mit dem Studium durch ist.

Was möchtest du später für einen Beruf ausüben?
Das schwankt immer mal wieder, da es viele Möglichkeiten nach dem Studium gibt. Im Moment würde mich aber eine Stelle bei der Staatsanwaltschaft am meisten reizen.

Würdest du dich nochmal für das Studium entscheiden?
Auf jeden Fall, ich habe es nicht bereut!

Stichworte

Studium  Beruf  Berufsbilder  Studienberufe

Autorin / Autor: Deniz Klarhorst - Stand: 18. Mai 2015
 
 
 

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